Zuckerrüben wachsen in „Etagen“

Foto: Landvolk Niedersachsen

Globaler Zuckermarkt läuft gut, aber hiesige Anbauer leiden unter Kostendruck

L P D – Trockenheit, Spätfröste und intensiver Sonnenschein, wie alle anderen landwirtschaftlichen Kulturen haben die Zuckerrüben einen schwierigen Start in die Vegetationszeit gehabt. Die Folgen sind auf vielen Feldern erkennbar. „Wir haben in diesem Jahr stellenweise das Phänomen der Etagenrüben“, sagt Helmut Bleckwenn. Er ist Vorsitzender im Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer und erklärt die unterschiedlich gut entwickelten Rübenetagen mit den kleinräumigen Wachstumsbedingungen. Auf diesen Feldern haben einige Rüben in der Frühjahrstrockenheit schneller Anschluss an das Bodenwasser gefunden und sind den Nachbarrüben „davongewachsen“. Aktuell legen sich viele Rübenfelder aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung tagsüber „schlafen“: die Blätter der Hackfrüchte liegen schlaff am Boden und richten sich erst in kühlen Nächten wieder auf.

Neben den üblichen Witterungsproblemen treiben die Zuckerrübenanbauer noch ganz andere Sorgen um. Ihnen stehen immer weniger Pflanzenschutzmittel gegen wichtige Schädlinge wie Blattläuse oder auch Pilzerkrankungen der Rüben zur Verfügung. Damit können sie ein „Resistenzmanagement“ im Pflanzenschutz fahren, erklärt Bleckwenn und befürchtet, dass sich die Situation noch weiter verschlechtern könnte. Als unbegreiflich schildert er auch die Tatsache, dass in anderen Rübenerzeugerländern deutlich mehr chemische Pflanzenschutzmittel erlaubt sind.

An den globalen Märkten deuten die Zeichen eigentlich auf eine Erholung der Preise hin. Die Zuckererzeugung geht weiter zurück, der Zuckerverbrauch übersteigt erstmals seit einigen Jahren wieder die Erzeugung. „Von diesem Trend würden unsere Anbauer gern profitieren“, sagt Bleckwenn. Doch steigende Kosten und Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU sowie gegenüber der globalen Konkurrenz haben viele Rübenbauern zum Ausstieg veranlasst. Deutschlandweit gab in den vergangenen zehn Jahren jeder fünfte Rübenanbauer auf, im Einzugsgebiet des DNZ bauen aktuell noch 6.000 Landwirte auf etwa 140.000 Hektar Rüben an. Die Hackfrucht ist für die Ackerbauern eine wichtige Bereicherung der Fruchtfolge. (LPD 50/2020)

Weitere Beiträge

Energiepreise, Dünger und Marktstrukturen setzen Landwirtschaft weiter unter Druck

L P D – Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen stehen weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Vor allem stark gestiegene Diesel- und Düngerpreise sowie anhaltend niedrige Erzeugerpreise verschärfen die Situation zunehmend.…

Konstruktiver Dialog stärkt die Landwirtschaft

L P D – Regelmäßig tauscht sich Ministerpräsident Olaf Lies mit dem Präsidium des Landvolks Niedersachsen zur Lage der Landwirtschaft, sie betreffende aktuelle landes- und bundespolitische Themen und anstehende Weichenstellungen…

Kommunalwahl 2026: „Dein Dorf. Deine Entscheidung“

L P D – Mit einer gemeinsamen Social-Media-Aktion starten Junglandwirte, Landjugend und Landvolk Niedersachsen frühzeitig in den Kommunalwahlkampf 2026. Ab Montag, 13. April, verbreiten die Verbände ihre Botschaft über Instagram,…

Jetzt Wegränder in Niedersachsen planen

L P D – Jetzt ist die richtige Zeit, Wegränder in Niedersachsen anzulegen und naturschutzfachlich aufzuwerten. Gemeinsam rufen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen Akteure im ländlichen Raum dazu…

Landvolk: Netzpaket sorgt für Unruhe auf dem Land

L P D – In der Landwirtschaft wächst die Verunsicherung: Während Höfe zunehmend auf erneuerbare Energien setzen, sorgt ein geleakter Gesetzesentwurf – das sogenannte Netzpaket – derzeit für intensive Diskussionen…

Wie schutzbedürftig ist der Wolf?

L P D – Wie lässt sich der Schutz des Wolfs mit den Interessen der Nutztierhalter vereinbaren – und wie schnell kann Politik darauf reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich…