Jetzt Wegränder in Niedersachsen planen

Gemeinsam rufen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen Akteure im ländlichen Raum dazu auf, die Seitenräume von Wirtschaftswegen gezielt zu planen und ökologisch zu verbessern Foto: Landvolk

Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege rufen dazu auf, Blühmischungen und Strukturen noch in dieser Saison anzulegen

L P D – Jetzt ist die richtige Zeit, Wegränder in Niedersachsen anzulegen und naturschutzfachlich aufzuwerten. Gemeinsam rufen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen Akteure im ländlichen Raum dazu auf, die Seitenräume von Wirtschaftswegen gezielt zu planen und ökologisch zu verbessern. Ziel ist es, die Artenvielfalt entlang der Wege zu stärken und Wegränder vermehrt in die Biotopvernetzung einzubinden.

„Wegränder sind in der Agrarlandschaft wertvolle Rückzugsräume für Wildpflanzen, Kleinsäuger und Bodenbrüter“, betont Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Um diese Lebensräume dauerhaft zu sichern, habe die Stiftung gemeinsam mit dem Landvolk Niedersachsen die Wegrand-Initiative ins Leben gerufen.

Das Potenzial ist groß: Das landwirtschaftliche Wegenetz in Deutschland umfasst rund 325.000 Kilometer. Bei einer durchschnittlichen Wegrandbreite von 1,5 Metern je Seite ergibt sich eine Fläche von fast 100.000 Hektar – größer als die Fläche der Stadt Berlin. „An den Wegrändern verbergen sich gewaltige Potenziale für den Naturschutz. Für die Artenvielfalt unserer Agrarlandschaft spielen sie eine wichtige Rolle“, erklären Hubertus Berges, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, und Björn Rohloff gemeinsam.

Mit dieser Aktion soll die Naturschutzqualität der Seitenräume von Wirtschaftswegen nachhaltig gesichert und verbessert werden. „Heute finden wir vielfach artenarme Wegränder vor, die von Gräsern dominiert sind“, schildert Rohloff den aktuellen Zustand an vielen Feldwegen in Niedersachsen. Landwirtinnen und Landwirte, Kommunen und Realverbände sollen deshalb motiviert werden, aktiv zur ökologischen Aufwertung beizutragen.

Zu den möglichen Maßnahmen gehören unter anderem die Aussaat von Wildblumenmischungen, das Anpflanzen von Hecken mit heimischem Pflanzgut sowie eine angepasste Mähmethode. Das Landvolk Niedersachsen und die Stiftung Kulturlandpflege unterstützen bei der Planung und Umsetzung von Wegrandkonzepten und beraten Kommunen sowie Bewirtschafter.

Interessierte finden auf www.wegraender.de Informationen zu Maßnahmen, Fördermöglichkeiten und Umsetzungsschritten sowie ein Merkblatt mit praxisnahen Hinweisen zu Saatzeitpunkt, Bodenvorbereitung, Ansaat und Pflege artenreicher Wegränder. Landvolk Niedersachsen und Stiftung Kulturlandpflege rufen dazu auf, jetzt mit der Planung zu beginnen, damit sich Blühmischungen und Strukturen noch in dieser Saison erfolgreich entwickeln können. (LPD 28/2026)

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