Grünland braucht Pflege und Mahd

Foto: Landvolk Niedersachsen

Situation der Futtervorräte hat sich gegenüber den Vorjahren insgesamt entspannt

L P D – Grünland braucht im Herbst gute Pflege und Mahd, damit Schäden im Winter vermieden werden. Dies ist umso wichtiger, seit die Gefahr von „Dürrejahren“ steigt und die Trockenheit sich entsprechend auf die Pflanzen auswirkt. „Momentan nutzen wir die Sonnenstrahlen, um den letzten Silageschnitt, der überwiegend gute Qualität und Ertrag bringt, einzufahren“, sagt Manfred Tannen, Vorsitzender des Ausschusses für Strukturpolitik beim Landvolk Niedersachsen. „Insgesamt hat sich die Situation der Futtervorräte gegenüber den zurückliegenden beiden Jahren in Norddeutschland entspannt. Eine Sicherheitsreserve an Grassilage und damit Grundfutter dürfte aber in den meisten Betrieben dennoch fehlen“, schätzt der Landwirt aus Bensersiel.

Die durch Dürre, Mäuse und Tipula geschädigten Grasbestände erholen sich nur langsam und haben in diesem Jahr insgesamt deutlich weniger Ertrag gebracht. Aufgrund der milden Temperaturen und der geringen Niederschlagsmenge der vergangenen Zeit ist auch jetzt noch eine Beweidung durch die Milchkühe und das Jungvieh möglich. Einsetzende Niederschläge und die damit verbundenen Trittschäden beenden dann in der Regel die Weideperiode im Oktober. Die Grasnarben werden nach der letzten Nutzung mit einer geringen Wirtschaftsdüngermenge auf die Winterruhe vorbereitet. So kann das Wurzelwachstum angeregt werden, damit die Grasbestände im kommenden Frühjahr gestärkt aus der Winterruhe kommen und besser Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Nebenbei wird mit einem ordentlichem Wurzelwuchs die organische Masse im Boden erhöht und so Kohlenstoff aus der Atmosphäre im Boden gespeichert. „Vitales Grünland bedeutet Klimaschutz“, erklärt Tannen dazu gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Entscheidend über die Leistungsfähigkeit der Grünlandnarbe sind Düngung, Nutzung und Mahd. Einige Betriebe konnten fünf Schnitte einholen, teilweise auch sechs. Auf vielen Flächen waren aufgrund der Frühjahrstrockenheit und der Narbenschäden aus dem vergangenen Jahr aber nur vier Schnitte möglich, was die Futtermenge deutlich reduziert. Dabei ist vielerorts der erste Schnitt sehr bescheiden ausgefallen. Die Aufwuchshöhe zu Vegetationsende sollte zwischen fünf und acht Zentimetern liegen, raten Fachleute. Denn hohe Restaufwüchse mit mehr als zehn Zentimeter sind besonders anfällig gegenüber Frost, sodass ausgewinterte Pflanzenbestandteile die noch vitale Narbe nach und nach unter sich ersticken können. Gleichzeitig bildet das abgestorbene Pflanzenmaterial dann Nahrung für Pilzkrankheiten wie Fusarien und Schneeschimmelerreger. (LPD 79/2020)

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