Heimische Milchwirtschaft stärken

Landvolk-Vizepräsident Manfred Tannen, Foto: Landvolk Niedersachsen

Erzeuger sind weiter belastet durch hohe Kosten – Marktlage insgesamt stabil

L P D – Als „besorgniserregend“ bezeichnet Manfred Tannen, neuer Vorsitzender im Fachausschuss Milch des Landvolks Niedersachsen und Vizepräsident des Landesbauernverbandes, die neuen Marktzahlen zum Milchaufkommen: In der EU steigt die Erzeugung in vielen Ländern deutlicher, während in Deutschland seit einigen Jahren die Menge mehr oder weniger stagniert. Für Tannen deuten diese Entwicklungen darauf hin, dass die heimische Milchwirtschaft durch höhere Kosten in der Milcherzeugung, die beispielsweise aus dem Ordnungsrecht resultieren, an Wettbewerbsfähigkeit verliert. „Da müssen wir gegensteuern; die heimische Milchwirtschaft muss gestärkt werden“, erklärt der Milchviehhalter aus Ostfriesland nach einer Beratung im Fachausschuss.

Mit der Etablierung einer Branchenkommunikation, die als ein Ergebnis der „Strategie 2030“ entwickelt worden ist, wird mit Gründung der Initiative Milch GmbH ein erster wichtiger Schritt getan, um die Vorteile heimischer Milcherzeugung und Verarbeitung stärker in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Auch aus den „Branchengesprächen Milch“, die unter Leitung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums mit Vertretern des Handels, der Molkereien, der Landwirtschaftskammer und Verbänden in mehreren Konferenzen in den Jahren 2020 und 2021 stattgefunden haben und fortgesetzt werden, erhoffen sich die Tierhalter wichtige Impulse und andere Rahmenbedingungen, die eine bessere ökonomische Perspektive für die Bauernhöfe bieten.

Molkereien und der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) haben die Auswirkungen der Coronakrise bisher gut überstanden, oder – wie der LEH – sogar davon profitiert. Noch im-mer kommen aber Teile der Gewinne aus dem LEH trotz anderslautender Versprechen nicht bei den Erzeugern an. „Für eine bessere Preispolitik müssen alle an einem Strang ziehen“, sagt Tannen. Die Milcherzeugerbetriebe klagen zudem weiter über hohe Futterkosten, die eine Belastung der Liquidität darstellen. Langfristig wäre eine Steigerung von zwei bis drei Cent je Liter nötig, um allein die erhöhten Ausgaben für die Fütterung zu decken. Insgesamt sind die Aussichten auf den Märkten weiter stabil, berichtet Frank Feuerriegel, neuer Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN). Der „weltweite Megatrend“ für Milch und Milchprodukte ist derzeit durchweg positiv, so der Experte – trotz der pandemiebedingten Unwägbarkeiten. „Preissteigerungen in allen Produktsegmenten in den zurückliegenden Monaten und Wochen sollten in den kommenden Monaten die Erzeugerpreise günstig beeinflussen“, bekräftigt Feuerriegel. (LPD 29/2021)

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