Keine Entwarnung bei Afrikanischer Schweinepest

Jörn Ehlers: "Wir setzen auf weitere politische Gespräche zum Umbau der Tierhaltung, und wir bieten ausdrücklich unsere Zusammenarbeit beim geplanten Diversifizierungsprogramm des Landes Niedersachsens an". Foto: Landvolk Niedersachsen

Landvolk unterstützt Vorsorge und ruft zu Wachsamkeit und Vorsicht auf

L P D – So schnell Impfstoffe gegen das Coronavirus gefunden worden sind, so wenig wahrscheinlich ist es, dass zeitnah mit einem Vakzin gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu rechnen ist. Experten erwarten frühestens in fünf bis zehn Jahren eine Impfmöglichkeit für Wildschweine. Auch die Ausbreitung der ASP in Deutschland macht weiter Sorgen: „Aktuell gibt es mehr als 1300 Fälle bei Wildschweinen in Sachsen und Brandenburg“, berichtet Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Für gelungen hält er den Vorsorgeplan, der auf Landesebene mit verschiedenen Partnern für Niedersachsen erarbeitet worden ist.

Dieser Plan sieht vor, dass beim ersten Auftreten der ASP in Niedersachsen schnell und kompetent agiert wird. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Landvolk-Vizepräsident ausdrücklich, dass es in Niedersachsen nun die AN Vorsorge GmbH gibt, die im Ausbruchsfall bei Wildschweinen von der zuständigen kommunalen Behörde angefordert werden kann.

Um den Ausbruchsherd möglichst schnell eindämmen zu können, steht die schnelle und sichere Bergung von Kadavern, Fallwild und erlegtem Wild im Fokus der Bekämpfungsmaßnahmen. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit Jägern vor Ort unerlässlich. Zudem stehen in Niedersachsen bald ausgebildete Kadaversuchhunde zur Verfügung, die die Suche der geschulten Helfer unterstützen werden“, so Ehlers.

Dem präventiven ASP-Monitoring kommt bei Haus- und Wildschweinen in Niedersachsen nach wie vor eine besondere Bedeutung zu. Es geht darum, die Seuche frühzeitig im Bestand zu erkennen. Schweinehalter haben zudem die Möglichkeit, an einem freiwilligen ASP-Früherkennungsprogramm teilzunehmen. Dabei stehen regelmäßige behördliche Betriebskontrollen und die kontinuierliche Untersuchung der verendeten Schweine im Fokus. „Die Entscheidung zur Teilnahme bleibt aber eine individuelle, die jeder Betrieb in Abhängigkeit von der Betriebsstruktur treffen muss“, erklärt der Landvolk-Vizepräsident.

„Zum Glück gab es in Niedersachsen immer noch keinen ASP-Fall“, sagt der Landwirt. „Da haben wir wirklich sprichwörtlich Schwein gehabt bisher. Aber wir dürfen bei allen Maßnahmen zur Vorsicht nicht nachlassen und wir müssen wachsam bleiben, denn das Virus breitet sich aktuell in Sachsen Richtung Westen weiter aus“, erklärt Jörn Ehlers.

„Es bleibt unser Ziel, die Seuche so schnell wie möglich wieder loszuwerden.“ Für Menschen ist die Schweinepest allerdings nicht ansteckend. Auch für 2021 sind landesweite ASP-Übungen der kommunalen Veterinärbehörden geplant. Zudem werden Übungen mit u.a. der Landesjägerschaft Niedersachsen, den Kreisjägermeistern, dem THW, dem Landesverband der Maschinenringe, den Klosterforsten und der Nationalparkverwaltung Harz stattfinden. Landvolk-Vizepräsident Ehlers befürwortet das: „So sind alle für den Fall der Fälle gerüstet.“ (LPD 46/2021)

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