Schlepper und Schätzchen müssen für die Straße fit sein

Stephan Kistner, Leiter der Northeimer TÜV-Nord-Station, ist als mobiler Prüfdienst im Landkreis Northeim unterwegs Foto: Landvolk

Bauern lassen landwirtschaftliche Zugmaschinen beim mobilen Trecker-TÜV prüfen

L P DSicherheit steht bei Stephan Kistner an erster Stelle. Der Leiter der Northeimer TÜV-Nord-Station kennt bei diesem Thema kein Pardon. „Vorgestern haben zwei Trecker keine Plakette bekommen. Erst müssen die Mängel beseitigt werden, dann gibt es die Plakette“, erklärt Kistner, der seit Anfang des Jahres als mobiler Prüfdienst im Landkreis Northeim unterwegs ist. Mit diesem Serviceangebot des TÜVs Nord sparen die Landwirte den oftmals langen Weg zur TÜV-Station. Noch bis Mitte März können Landwirte und Besitzer landwirtschaftlicher Zugmaschinen ihre modernen Schlepper oder das liebevoll gepflegte jahrzehntealte Trecker-Schätzchen in Niedersachsen überprüfen lassen, denn auch für sie gilt: Ohne offizielle Straßenverkehrszulassung dürfen sie nicht auf die Straße, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Via Zeitung und Internet werden die Trecker-TÜV-Termine und Orte bekanntgegeben. Bis zu 20 Trecker kommen dann zu Hof X. So wie auf dem Hof Elliges in Einbeck-Edemissen, auf dem sich seit Mittag neueste Schleppergenerationen neben Hanomag, Lanz und Deutz aus früherer Zeit einreihen. Nachdem der einstige TÜV-Anlaufpunkt mit der Schließung eines Agrarhändlers im Ort wegzubrechen drohte, war Ulrich Elliges sofort bereit, seinen Hof zur Verfügung zu stellen. „Direkt vor Ort ist es viel einfacher für die Landwirte in der Region: kurze Wege sparen viel Zeit, Personal und Diesel“, erläutert Nebenerwerbslandwirt Elliges. Manche hätten zudem mehrere Trecker, die zum TÜV gebracht werden müssen. „Die älteren Modelle besitzen oftmals keine Kabine. Da ist man froh, wenn bei Regen und Kälte die Wege zum TÜV kurz sind“, sagt Elliges, dessen drei Trecker ebenfalls geprüft werden. Für Stephan Kistner hat Elliges in seiner Werkstatt eigens einen kleinen Prüfungsplatz eingerichtet, damit der Prüfer sein mobiles Büro auspacken und die Prüfberichte anfertigen kann.

Anders als beim Auto hängt die Fälligkeit der Hauptuntersuchung von der Höchstgeschwindigkeit und dem zulässigen Gesamtgewicht des Traktors ab. Zugmaschinen oder selbstfahrende Arbeitsmaschinen, die nicht schneller als 40 km/h fahren und weniger als 3,5 Tonnen wiegen, müssen alle zwei Jahre zum TÜV. Liegen Gewicht und Geschwindigkeit darüber, so ist die Untersuchung jedes Jahr nötig.

Auch Landwirt Ernst-August Rehkopf aus Edemissen nutzt das Angebot vor Ort für seine drei Traktoren – neben dem neuen Schlepper benötigen auch die beiden alten Trecker die begehrte Plakette. Der Reihe nach folgt er den Anweisungen von Stephan Kistner: Bremsen, Beleuchtung, Lenkung, Achse und Räder werden kontrolliert, ob sie vorschriftsmäßig funktionieren. Rehkopfs Trecker sind alle einwandfrei, erhalten von Prüfer Kistner die aktuelle grüne Plakette und Landwirt Rehkopf anschließend die Rechnung. „Die meisten Fahrzeuge sind super in Schuss, kommen gewaschen und poliert hier an. Da achten die Besitzer drauf, denn gerade bei den älteren Treckern wollen sie zeigen, wie schön sie sind“, freut sich Kistner, der gerne die mobile Prüfung macht, viele Stammkunden hat und diese mittlerweile persönlich kennt. Er und alle anwesenden Landwirte sind froh, dass mit dem Hof Elliges die mobile Prüfstation in Edemissen erhalten werden konnte. (LPD 20/2022)

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