Ostern kommt heimisches Lammfleisch auf den Tisch

Bis das letzte der 25 Muttertiere von Dr. Helmut Wilke gelammt hat, bleibt die Herde im Stall Foto: Wilke

Regionale Spezialitäten erfüllen vielseitige Anforderungen

L P D – Traditionelles Osterlamm eignet sich besonders gut für den Festtagsschmaus an Ostern. Mit dem Einkauf der regionalen Lamm-Spezialitäten tragen Fleischliebhaber neben dem persönlichen Genuss zum Erhalt der wolligen Küsten- und Landschaftsschützer bei, schreibt der Landvolk-Pressedienst. „Gerade für die Pflege der Feuchtwiesen an den Flussauen und abgelegener Grünflächen sind Schafe ideal“, sagt Dr. Helmut Wilke, Vorsitzender des Stader Schafzuchtverbandes. Für die Stabilität der Deiche ist das Festtreten durch die Klauen der Schafe sogar essenziell.

Der Schafhalter freut sich in diesem Jahr über besonders viele niedliche Frühlingsboten. „Die ersten zehn Schafe haben mir schon 23 Lämmer beschert“, erläutert Wilke, der mit seinen Texelschafen eine kleine Herdbuchzucht betreibt. Bis das letzte seiner 25 Muttertiere gelammt hat, bleibt die Herde im Stall, um optimal betreut zu werden. „Es kann schonmal sein, dass ein Mutterschaf zu wenig Milch für drei Nachkommen hat oder ein Lamm nicht annimmt“, beschreibt der passionierte Schäfer das Verhalten seiner Tiere.

Er päppelt seine Herde nach den anstrengenden Geburten mit Heu und Grassilage, sowie Kraftfutter aus Getreide wieder auf. „Das mache ich gerne, damit alle Lämmer überleben und sich gut entwickeln“, begründet er den Kraftfuttereinsatz trotz stark gestiegener Kosten. Wilke führt die große Anzahl an Nachkommen auf die gute Futtersituation zur Decksaison im Herbst zurück. Durch die kalten Nächte und die Trockenheit im März sehe es dagegen derzeit auf den Weiden noch dürftig aus. Die Weidesaison beginne daher erst Mitte April.

Vermarktet wird das Fleisch der im Frühling geborenen Lämmer ab Juli/August, die Osterlämmer stammen von bereits im Dezember lammenden Rassen wie den Schwarzkopfschafen. „Wir haben in der Direktvermarktung viele Kunden, die ganze oder halbe Schafe abnehmen, zerlegen aber auch individuell“, ist Wilke dankbar für die sehr gute Nachfrage. Sie berichteten ihm immer wieder über die qualitativen Vorteile gegenüber tiefgefrorenem Lammfleisch aus Übersee. In Zukunft könnte jedoch die Schlachtkapazität ein Problem werden. „Mit den paar Schafen können wir ja nicht zu einem großen Schlachthof fahren“, sagt Wilke. Kleineren Schlachtstätten bereiteten die steigenden Anforderungen jedoch erhebliche Schwierigkeiten. „Das Zerlegen der wertvollen Teile und vor allem die Herstellung der Wurst aus den Alttieren ist zudem eine Kunst für sich“, lautet seine Erfahrung. Auch außerhalb der Osterfeiertage würden diese jedoch von seiner Kundschaft hervorragend angenommen. Kontakte zu Direktvermarktern vermitteln die Schafzuchtverbände unter www.schafzucht-niedersachsen.de. (LPD 25/2022)

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Wiebke Molsen

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