Neue Herausforderungen für die Obstbauern

Die gesamte niedersächsische Baumobstfläche beträgt knapp 9.500 Hektar, davon nehmen Apfelkulturen fast 90 Prozent dieser Fläche ein Foto: Tourismusverein Altes Land e.V.

Fachtagung im Alten Land steht unter dem Zeichen massiver Kostensteigerungen

L P D – Passend zur Blütezeit der Kirsch- und Apfelbäume im Alten Land richtet das Obstbauzentrum Jork zusammen mit dem Landvolk-Kreisverband Stade den Norddeutschen Obstbautag 2022 erstmals wieder in Präsenz aus. Am Donnerstag, 28. April, dreht sich im Fährhaus Kirschenland in Jork thematisch alles um die aktuellen Herausforderungen für die Kern- und Beerenobstanbauer. „Die Kostensteigerungen und die Schwierigkeiten beim Absatz machen uns enorm zu schaffen“, erklärt Claus Schliecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau beim Landvolk Niedersachsen.

„Die Kosten der Obstproduktion steigen und steigen…“ Unter diesem Titel stellt der Leiter des Obstbauzentrums Jork, Dr. Matthias Görgens, zusammen mit Tilman Keller die Probleme beim Fachtag aus Sicht der Kern- und Beerenobstanbauer dar. Im Anschluss daran findet der verbandspolitische Tag des Landvolk-Kreisbauernverbands Stade statt. Nach der Begrüßung durch Kreislandwirt Johann H. Knabbe berichtet Claus Schliecker über aktuelle Themen; dann werden die drei besten Absolventen zum Gärtnermeister der Fachrichtung „Ausbau“ des Jahrgangs 2018 bis 2020 ausgezeichnet. Ein Grußwort spricht Prof. Ludwig Theuvsen, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Weitere Themen erläutert Jens Stechmann, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse. Unter dem Titel „Wissenschaft, fairer Wettbewerb, verlässliche Rahmenbedingungen. Landwirtschaft in Deutschland eine Perspektive geben!“ referiert der Bundestagsabgeordnete Dr. Gero Hocker von der FDP.

Der konventionelle Anbau von Kern- und Beerenobst ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die gesamte niedersächsische Baumobstfläche beträgt knapp 9.500 Hektar. Davon nehmen Apfelkulturen fast 90 Prozent dieser Fläche ein. Hinzu kommen Süßkirschen, Birnen sowie Pflaumen und Zwetschen. Auch Sauerkirschen, Mirabellen und Renekloden werden angebaut, jedoch geht hier die Fläche jährlich zurück. Das Obst ist an der Unterelbe auch ein Touristenmagnet. Das Naturschauspiel der Obstblüte lockt jährlich viele Gäste an. Weitere Informationen bietet die Seite www.tourismus-altesland.de.

Claus Schliecker erhofft sich vom Obstbautag weitere Impulse für den derzeit überaus schwierigen Markt: „Wir sehen eine enorme Kaufzurückhaltung beim Verbraucher. Viele Menschen greifen nicht mehr zum Apfel, sondern erwerben lieber Beerenobst aus Übersee statt regionaler Produkte. Steigende Kosten und weniger Absatz vergrößern die Schere. Sorgen bereitet uns auch das Steigen des Mindestlohns auf zwölf Euro zum 1. Oktober. Obstbau ist handarbeits- und damit personalintensiv.“ (LPD 31/2022)

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