Berufswettbewerb: Wenn aus Fremden Freunde werden

Der Berufswettbewerb (BWB) des Bundes der deutschen Landjugend findet in diesem Jahr in Niedersachsen/Echem statt Foto: NLJ

Bundesentscheid wurde in Niedersachsen ausgetragen – Fachkräfte sind begehrt

L P D – Erfahrungen sammeln, sich auf die Abschlussprüfungen vorbereiten und zukünftige Berufskolleginnen und -kollegen kennenlernen – diese Ziele verfolgen die Nachwuchskräfte der Grünen Berufe mit der Teilnahme am Berufswettbewerb (BWB) des Bundes der deutschen Landjugend. Über mehrere Stationen haben sich die Jugendlichen, die in der Land- oder Hauswirtschaft sowie der Forst- oder Tierwirtschaft eine Aus- oder Fortbildung absolvieren, für den Bundesentscheid qualifiziert, der vom 19. bis 23. Juni in Echem im Landkreis Lüneburg stattfindet. Am heutigen Donnerstagabend werden die Gewinner bekanntgegeben. Dann ist klar, wer das Motto „Grüne Berufe sind voller Leben. Mit Herz und Hand – smart fürs Land“ am überzeugendsten mit Leben gefüllt hat.

„Auch in der Landwirtschaft fehlen Fachkräfte. Um für das Thema zu sensibilisieren, müssen alle in der Agrarbranche an einem Strang ziehen“, hob Landvolk-Präsident Dr. Holger Hennies bei der Eröffnung des Bundeswettbewerbs hervor. Viele Betriebsleiter hätten schon jetzt zu wenig Arbeitskräfte, die mit anpackten. Umso wichtiger sei es, die 14 grünen Berufe attraktiv zu halten. „Das bedeutet auch einen ordentlichen Lohn zu zahlen und flexible Arbeitszeiten anzubieten, wo es möglich ist“, appellierte er an seine Berufskollegen. Der Berufswettbewerb leiste in seiner Einzigartigkeit einen entscheidenden Beitrag dazu, den Blick auf die spannenden Arbeitsfelder in der Land-, Forst- und Hauswirtschaft zu richten.

„Die praktische Arbeit in der Küche gefällt mir am besten“, berichtete Eva Sensen, die für Niedersachsen beim Berufswettbewerb im Bereich Hauswirtschaft angetreten ist. Etwas kniffeliger war für sie anfangs die Präsentation, während für Katharina Eiting aus dem Ammerland die Aufgaben mit Getreide eine Herausforderung darstellten – arbeitet sie doch auf einem Milchviehbetrieb in Ostfriesland und hat daher eher mit Mais und Grünland zu tun. „Ich freue mich am meisten auf die Aufgaben im Kälberstall“, sagte sie am zweiten Prüfungstag, während sich die Auszubildenden aus der Forstwirtschaft auf den Bau eines Fledermauskasten vorbereiteten. „Das Fällen von Bäumen macht mir am meisten Spaß“, sagte Immo Hullmann, Auszubildender bei den Niedersächsischen Landesforsten.

Das Programmieren eines GPS-Systems vom Trecker, der dann vollautomatisch seine Aufgaben erledigt, gehörte für die Landwirte aus der Fachschule zu den Praxis-Prüfungen. „Das solche ultramodernen Aufgaben beim Berufswettbewerb gestellt werden, ist richtig cool“, zeigte sich Hendrik Grafelmann, Vorsitzender der Niedersächsischen Landjugend, beeindruckt. Er ist stolz darauf, dass Niedersachsen bei der Gelegenheit zeigen kann, wie schön es ist. Das wird auch im Film deutlich, den die Landjugend eigens für den Bundesentscheid gedreht hat. (Bitte Link einfügen).

Abseits der anspruchsvollen Aufgaben genossen die motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland die familiäre Atmosphäre. „Es ist interessant, zu sehen, wie aus Menschen, die sich vorher nicht kannten, Freunde werden“, sagte Grafelmann. Und wo lassen sich besser Freundschaften schließen als beim gemeinsamen Essen, das von den besten Nachwuchshauswirtschafterinnen Deutschlands zubereitet wurde? (LPD 46/2023)

Aktueller Film der Niedersächsischen Landjugend

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