Gut zehn Millionen Euro für angepasste Moornutzung

Im Teufelsmoor soll auf bis zu 200 Hektar Nassgrünland mit Moorgräsern und Paludi-Kulturen experimentiert werden. Dabei sollen mittelfristig mehrere Tausend Tonnen Biomasse jährlich als Rohstoff oder energetisch genutzt werden können Foto: Pixabay

Osterholzer Landvolkvorsitzender Warnken: Betriebe erhalten, Wertschöpfung steigern

L P D – Für die Planung einer innovativen Form der sogenannten Aufwuchsverwertung hat das Kreislandvolk Osterholz zusammen mit weiteren Partnern jetzt einen Förderbescheid in Höhe von 10,7 Millionen Euro erhalten. „Mit diesem Geld können wir endlich eigenes Personal einstellen und mit schnelleren Schritten ans Ziel kommen“, freut sich Vorsitzender Stephan Warnken. „Ziel ist es, unsere Kulturlandschaft zu erhalten, Gutes zu tun für den Moorboden- und Klimaschutz und unseren Betrieben eine ökonomische Perspektive zu bieten.“ Die Anschubfinanzierung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium läuft bis zum Jahr 2032.

Im Teufelsmoor soll auf bis zu 200 Hektar Nassgrünland mit Moorgräsern und Paludi-Kulturen experimentiert werden. Dabei sollen mittelfristig mehrere Tausend Tonnen Biomasse jährlich als Rohstoff oder energetisch genutzt werden können. Warnken beschreibt den Nutzen für die Region nordöstlich von Bremen so: „Unsere Kulturlandschaft bleibt erhalten, wir stärken die Wertschöpfungsketten, und die Betriebe erhalten eine ökonomische Perspektive.“ In dem Modellvorhaben arbeiten Landwirte, Behörden und Forscher eng zusammen. Die Versuche des seit 2017 bestehenden Landvolk-Arbeitskreises Aufwuchsverwertung haben gezeigt, dass sich der Bewuchs unter anderem zu Baustoffen oder Verpackungsmaterialien weiterverarbeiten lässt. Darin sieht Warnken eine große Chance für Betriebe, die eine Umnutzung anstreben.

Der Landkreis Osterholz wirkt mit als Planungs-, Umwelt-, Wasser- und Naturschutzbehörde. Weitere Partner sind die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, die Technische Universität Dresden sowie die Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum. (LPD 08/2024)

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