Warten aufs Förderprogramm zur Mastrinder-Leitlinie

Das Landvolk Niedersachsen betont, wie notwendig praxistaugliche Umsetzungen bei gesetzlichen Verschärfungen und höheren Tierwohlstandards sind Foto: Landvolk

Müller: Notwendig, um Wettbewerbsnachteile unserer niedersächsischen Mäster auszugleichen

L P D – Schon seit 2017 fordern das Landvolk Niedersachsen und die Gremien des Tierschutzplans das angekündigte „Förderprogramm für bestehende Mastrinderhaltungen“. Felix Müller, Vorsitzender des Rindfleisch-Ausschusses beim Landesbauernverband, weist darauf hin, dass so ein Programm wichtig sei für die Umsetzung der niedersächsischen Mastrinder-Leitlinie, denn die notwendigen Investitionskosten bekommen Landwirte über den Marktpreis nur unzulänglich erlöst. „Bisherige Möglichkeiten haben sich als nicht praxistauglich erwiesen, um eine zeitnahe Umsetzung einer tiergerechten Haltung von Mastrindern gemäß Tierschutzleitlinie für die Mastrinderhaltung in Altbauten zu fördern“, erläutert Müller. Es gehe dabei in erster Linie um eine vorzeitige Umsetzung der Vorgaben zum Platzbedarf und zur weichen Liegefläche.

In anderen Bundesländern, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und Bayern, gibt es Landesförderprogramme zur Umsetzung von höheren Haltungsformstufen in der Mastrinderhaltung. „Da auch die noch amtierende Bundesregierung das Konzept der Borchert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung nicht umgesetzt hat und hier insbesondere die Finanzierung fehlt, appellieren wir an die niedersächsische Landesregierung, ebenfalls ein Landesförderprogramm für höhere Haltungsformstufen in der Rindermast aufzusetzen“, führt Müller aus. „Ein solches Programm ist notwendig, um die Wettbewerbsnachteile unserer niedersächsischen Mäster auszugleichen.“

Zudem warten die Rindermastbetriebe, die der Initiative Tierwohl (ITW) beigetreten sind, immer noch auf die Etablierung des ITW-Rindfleisches, Haltungsform Stufe 2, im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH). „Die Abnehmer sind bisher nur im geringen Maße bereit, längerfristige Verträge mit kostendeckenden Zuschlägen für diese Tiere zu zahlen“, weiß Felix Müller, selbst Bullenmäster im Ammerland. „Die Rindermastbetriebe entwickeln sich im Rahmen der Initiative Tierwohl weiter, leider ist die Nachfrage überhaupt nicht vorhanden. Das stellt das Grundproblem dar: Die Angebotsseite wird hochgepusht und der Verbraucher entscheidet sich an der Kasse anders, als er vorhersagt.“ Das Landvolk Niedersachsen betont, wie notwendig praxistaugliche Umsetzungen bei gesetzlichen Verschärfungen und höheren Tierwohlstandards sind. (LPD 96/2024)

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