Aroniabeeren-Ernte: Superfood aus Niedersachsen

„Dieses Jahr sind wir vier Wochen früher dran als sonst, sodass die Ernte nahezu abgeschlossen ist“, berichtet Lars Grossmann, Geschäftsführer von Heide-Aronia, Foto: Grossmann

Anbaufläche der insgesamt 26 Betriebe ist mittlerweile auf 90 Hektar gestiegen

L P D – Zum hippen Superfood gehört auch die Aroniabeere. Ob frisch oder getrocknet im Müsli oder als Saft – die Superbeere mit dem süß-säuerlich-herben Geschmack enthält eine Vielzahl von Mineralien und Spurenelementen sowie Antioxidantien, die den Organismus stärken und den morgendlichen Gesundheits-Kick unterstützen können. Auf Niedersachsens Flächen wächst die aus Nordamerika stammende Apfel-Beere bestens. „Dieses Jahr sind wir vier Wochen früher dran als sonst, sodass die Ernte nahezu abgeschlossen ist“, berichtet Lars Grossmann, Geschäftsführer von Heide-Aronia, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Er ist begeistert von der hervorragenden Qualität und der Erntemenge: „Es gab keine Spätfröste, alles ist mit unseren Landwirten super gelaufen“, schildert der Aronia-Pionier, der 2009 die erste Aronia-Anlage in Schwarmstedt in Betrieb genommen hat.

26 Betriebe bauten im Jahr 2024 die Superbeere auf 90 Hektar (ha) in Niedersachsen an, berichtet das Niedersächsische Landesamt für Statistik. 2015 waren es erst 18 ha Anbaufläche, im Jahr 2018 schon fast 70 ha. Mittlerweile ernten Landwirte die gesundheitsfördernden Beeren in Bio-Qualität für Heide-Aronia auf 70 Hektar über ganz Deutschland verteilt. „Hier in der Lüneburger Heide sind zehn Hektar unter Vertrag. Die Landwirte haben von uns die Pflanzen bezogen, ernten die Früchte und wir kaufen sie zurück“, beschreibt Grossmann. Zu 95 Prozent werde daraus der Saft, aber auch frische Früchte werden via Online-Shop angeboten. Im Durchschnitt werden pro Hektar sechs Tonnen maschinell geerntet.

„Gut ist es, wenn die Beere einen Zuckergehalt von 12 Grad Brix hat. Dieses Jahr waren es sogar 18 Brix, sodass es ein Super-Aronia-Saft wird“, freut sich Grossmann. Die Beeren werden vom Feld direkt zur Kelterei nach Dresden gebracht. „Das war damals die einzige Kelterei, die Erfahrung mit Aroniabeeren hatte“, erklärt der 55-Jährige, der stetig seine Versuchsfläche mit den sehr pflegeleichten und unempfindlichen Aronia-Pflanzen ausgebaut hat. „Das ist auch der Grund, warum der Anbau von Aronia meistens Bio-Anbau ist. Sie ist pflegeleicht und liefert Jahr für Jahr konstant hohe Erträge.“

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Dörte und Jürgen Oestmann aus Südkampen läuft noch die Aronia-Ernte. Bei ihnen ist ein Teil der Beeren auf der drei Hektar großen Fläche am Busch vertrocknet, weil dort keine Bewässerung stattfindet. Gemeinsam mit weiteren Landwirten ernten sie ihre Aroniabeeren meist maschinell, nur ein kleiner Teil wird per Hand gepflückt. „Diese Beeren werden zu Marmelade verarbeitet, die anderen sind für die Saftproduktion“, berichtet Jürgen Oestmann, der 2014 auf die Idee kam, das Superfood in der Lüneburger Heide anzubauen. „Aronia passt super in unser Portfolio mit Spargel, Heidelbeeren, Lupinen und Mais – bleibt aber ein Nischenprodukt“, erklärt er. Dieses Jahr sei die Ernte zwar schwach, aber die Brix-Werte mit bis zu 22 Brix zeugen von hervorragender Qualität, zieht Oestmann seine Aronia-Erntebilanz 2025 und freut sich über eine ausreichende Erntemenge, um seine Kunden bedienen zu können. (LPD 64/2025)

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