Blühstreifen für mehr Biodiversität

Im großen Stil haben die Landwirte blühende Landeplätze für Insekten und Rückzugsorte für Rehe, Hasen und Rebhühner angelegt. Laut Zahlen der EU-Agrarförderung wurden 2024 knapp 26.000 Hektar nicht-produktive Flächen beantragt. Foto: Landvolk Niedersachsen

Internationaler Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt am 22. Mai

L P D –  Insekten, Schmetterlinge und Vögel aber auch Säugetiere, Amphibien und Reptilien leben in der Kulturlandschaft, in der unsere Lebensmittel angebaut werden. Damit diese sich auf ungestörte Flächen zurückziehen können, legen jedes Jahr hunderte Landwirte Blühstreifen an, stutzen Hecken und kümmern sich um die Wegränder an den Feldwegen. Anlässlich des Internationalen Tags zur Erhaltung der Artenvielfalt am 22. Mai rückt das Landvolk Niedersachsen dieses Engagement in den Mittelpunkt.

Manchmal sind es aber auch kleine Aktionen, die eine große Wirkung entfalten: Unkrautecken, Sandhaufen, rottendes Altholz oder ein schöner Staudengarten auf dem Hof bieten ebenfalls Rückzugsmöglichkeiten oder locken Insekten an. Diese niedrigschwelligen Maßnahmen der Aktion Bienenfreundlicher Landwirt der Imagekampagne „Eure Landwirte – echt grün“ machen Lust, sie gleich selbst im Garten umzusetzen. Unter dem Motto: „Nicht lang schnacken – selbst anpacken“ kann so jeder etwas für die Artenvielfalt tun. Weitere Informationen stehen unter eure-landwirte.de bereit.

Im großen Stil haben dagegen die Landwirte blühende Landeplätze für Insekten und Rückzugsorte für Rehe, Hasen und Rebhühner angelegt. Laut Zahlen der EU-Agrarförderung wurden 2024 knapp 26.000 Hektar nicht-produktive Flächen beantragt. Davon wurden etwa 5.000 Hektar mit einer Blühmischung bestellt. Außerdem wurden 2.500 Hektar mehrjährige strukturierte Blühstreifen und 3.200 Hektar einjährige Blühstreifen beantragt. Dabei wurden jedoch keine Blühstreifen erfasst, die durch Landkreisprogramme sowie freiwillige Vereinbarungen mit Trinkwasserkooperationen oder dem Naturschutz finanziert wurden.

Gemeinsam mit der Stiftung Kulturlandpflege setzen zum Beispiel rund 300 landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen seit Jahren erfolgreich Biodiversitätsmaßnahmen um – ganz im Sinne des „Niedersächsischen Weges“. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf artenreichen Blühstreifen. Um deren Qualität zu sichern, bietet die Stiftung ein eigens entwickeltes, naturschutzfachlich hochwertiges Saatgut an, das sich auch für Ackerstandorte eignet.

Blühstreifen bieten nicht nur Insekten, Vögeln und Kleintieren wertvollen Lebensraum, sondern tragen auch zur Biotopvernetzung bei. Dieses Ziel verfolgt die Stiftung auch im Projekt „FABiAN – Förderung der Artenvielfalt und der Biotopvernetzung in der Agrarlandschaft Niedersachsens“, das von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit fast einer halben Million Euro gefördert und bis Ende 2025 verlängert wurde. In den Regionen Goslar, Vechta und Cuxhaven beteiligen sich mehr als 80 Landwirte an der Umsetzung vielfältiger Naturschutzmaßnahmen. FABiAN kommt so gut an, dass seit 2025 auch die Landkreise Osnabrück, Hameln-Pyrmont und Hildesheim teilnehmen.

Zusätzliche Initiativen wie die gemeinsame Wegrand-Initiative von Stiftung Kulturlandpflege und Landvolk Niedersachsen lenken den Blick auf das hohe Potenzial von Wegrändern, deren naturnahe Gestaltung ebenfalls zur Förderung der Artenvielfalt beitragen kann. Informationen finden Interessierte auf der Website der Stiftung sowie auf www.wegraender.de. (LPD 38/2025)

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