Milchviehbetrieb testet die Zukunft der Moore

Green Moor
Das Landvolk Niedersachsen unterstützt Modellprojekte, die Perspektiven für die Höfe im Moor erarbeiten Foto: Gerken/Grünlandzentrum

Projekt GreenMoor: Klimaschutz und Milchviehhaltung gemeinsam denken

L P D – „Wir stauen die Gräben bis zur Oberkante an und pumpen das Wasser in einem kleinen Bereich mit leichten Druck in die Drainage und gucken dann, wie sich das auf die Treibhausgasemissionen auswirkt.“ So fasst Dirk Hanken das Projekt GreenMoor auf seinen Wiesen in Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) zusammen. „Das Wassermanagement spielt bei diesem Projekt eine zentrale Rolle und es ist viel Fingerspitzengefühl beim Einstellen des richtigen Wasserstandes erforderlich“, bestätigt Heiko Gerken vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen. Er ist froh über die gute Zusammenarbeit mit Hanken, der den Hof, gemeinsam mit seiner Tochter Lena, seinem Vater Hermann und einem Mitarbeiter bewirtschaftet: „Die Lage mitten im Hochmoor ist ideal für das Projekt.“

Mitarbeiter des Grünlandzentrums beproben jede Woche 51 Messstellen auf der acht Hektar großen Versuchsfläche mit 13 unterschiedlichen teilvernässten und konventionell entwässerten Bewirtschaftungsvarianten. „Das Ziel des Projekts GreenMoor ist es, Treibhausgasemissionen zu senken und gleichzeitig praxistaugliche Wege aufzuzeigen, wie Grünland auf Hochmoorstandorten auch künftig erfolgreich für die Milchviehhaltung bewirtschaftet werden kann“, sagt Gerken. Deshalb werden neben den Treibhausgasen Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O), viele Begleitparameter sowie der Aufwuchs erfasst und später durch die AG Moorforschung der Universität Greifswald ausgewertet. „Mit ersten Zwischenergebnissen rechnen wir nach zwei Jahren Laufzeit“, sagt Gerken. Das wäre in diesem Herbst.

„Wir fahren unsere ganze Ernte über die Waage“, erläutert Hanken seine Aufgabe bei der Erfassung des Aufwuchses. Ihn beschäftigt vor allem die Frage, woher das Wasser für die Wiedervernässung der zahlreichen Moore in Niedersachsen kommen soll. „Gerade in trockenen Jahren haut uns das Wasser aus der Mitte der Fläche schnell wieder ab“, berichtete er den Mitgliedern des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen auf seinem Hof. Mit ihnen diskutierte er auch die Frage, ob trotz der Teilvernässung eine Beweidung möglich ist und wie sich die Befahrbarkeit entwickelt. „Das sieht schon sehr feucht aus“, schätzt er den aktuellen Zustand der Versuchsflächen besorgt ein. Immerhin hat er 220 Milchkühe plus ebenso viele Nachkommen mit den insgesamt 165 Hektar großen Flächen im Hochmoor zu versorgen.

„Das Landvolk Niedersachsen unterstützt Modellprojekte, die Perspektiven für die Höfe im Moor erarbeiten“, betont Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg abschließend. Ihm ist es wichtig, dass die Landwirte dort weiterhin Milchkühe halten können. Ob und unter welchen Bedingungen Milchviehhaltung auf teilvernässten Hochmoorflächen möglich bleibt, soll GreenMoor nun in der Praxis zeigen. (LPD 51/2026)

Link zur Webseite des Grünlandzentrums / Projekt GreenMoor

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org

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