Der Wolf in Niedersachsen: Geschichte und Zukunft

Titelbild Podcast Foto: Landvolk / Pixabay

Neue Landvolk-Podcast Staffel startet mit Fakten zum Wolfsmonitoring

L P D – Mit einer neuen Podcast-Staffel rückt das Landvolk Niedersachsen ein Thema in den Fokus, das Weidetierhalter seit Jahren umtreibt: den Wolf. „Kaum ein anderes Thema bewegt unsere Betriebe vor allem emotional so stark“, sagt Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin des Landvolks Niedersachsen.

Die Landvolk-Umweltreferentin blickt gemeinsam mit Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen und Koordinator des Wolfsmonitorings, sowie Moderatorin Wibke Langehenke auf die Geschichte des Wolfes in Niedersachsen. Seit 2007 gibt es sichere Belege für seine Rückkehr. „2012 wurden erstmals wieder Wolfswelpen in freier Wildbahn geboren – auf dem Truppenübungsplatz Munster“, so Reding. Damit war klar: Der Wolf ist in Niedersachsen wieder sesshaft. Heute gibt es mindestens 64 Wolfsterritorien und 60 bestätigte reproduzierende Rudel im Bundesland. Die Zahl der Einzeltiere wird auf 500 bis 600 geschätzt. „Diese Hochrechnung ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet“, betont Reding. Der Zuwachs sei aktuell nur noch leicht, da die besten Lebensräume bereits besetzt sind – ein weiterer Anstieg sei dennoch zu erwarten.

Rechtlich ist der Wolf umfassend geschützt: Die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie stellt den Wolf unter Schutz und verlangt einen günstigen Erhaltungszustand. „Der günstige Erhaltungszustand wird innerhalb biogeografischer Regionen bewertet“, erläutert Jürges. Deutschland habe diesen für die kontinentale und atlantische Region gemeldet, in denen Niedersachsen liegt. „Das eröffnet mehr Spielräume für ein aktives Bestandsmanagement.“ Dafür setzt sich das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement seit 2018 im Sinne der Weidetierhaltung ein.

Seit Beginn des Wolfsmonitorings im Jahr 2011 wurden in Niedersachsen mehr als 3.200 bestätigte Rissereignisse registriert. „In 2.234 Fällen konnte der Wolf eindeutig als Verursacher nachgewiesen werden“, sagt Reding. „Jeder Riss ist für die Tierhalter ein wirtschaftliches und vor allem emotionales Problem“, betont Jürges. „Viele Menschen gehen morgens mit Sorge zur Weide – das verändert den Arbeitsalltag massiv.“ Zwar gebe es Entschädigungen und Förderprogramme für Herdenschutz, „die Belastung für die Weidetierhaltung bleibt aber hoch.“ In der neuen Podcast-Staffel geht es außerdem um die mögliche zukünftige Bejagung des Wolfs, rechtliche Rahmenbedingungen der Problemwolfentnahme, Fördermöglichkeiten für Herdenschutz, Verhalten bei Wolfsbegegnungen und das Wolfsmonitoring in Niedersachsen. (LPD 08/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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