Deutschland ist ein Gunststandort für die Tierhaltung

„Schwein gehabt – es liegt Klimaschutz in der Stallluft“ heißt die aktuelle Folge des Landvolk-Podcasts mit Natascha Henze, Referentin für Vieh und Fleisch beim Landvolk Niedersachsen, sowie den beiden Landvolk-Vizepräsidenten Hubertus Berges und Jörn Ehlers. Fotos: Landvolk Niedersachsen

Landvolk-Podcast beleuchtet Auswirkungen der Schweinehaltung auf das Klima

L P D Fleischkonsum und Klimaschutz – wie passt das zusammen? Dieser Frage widmet sich die aktuelle Folge „Schwein gehabt – es liegt Klimaschutz in der Stallluft“ des Landvolk-Podcasts mit Natascha Henze, Referentin für Vieh und Fleisch beim Landvolk Niedersachsen, sowie den beiden Landvolk-Vizepräsidenten und Schweinehaltern Hubertus Berges und Jörn Ehlers. „Der direkte Vergleich von Fleisch mit pflanzlichen Lebensmitteln hinkt“, betont Henze im Gespräch. Besser wäre es ihrer Meinung nach, den CO₂-Fußabdruck pro Kilogramm Eiweiß oder pro 1.000 Kalorien zu vergleichen. Denn: Deutschland ist ein Gunststandort für die Tierhaltung.

„Wir haben eine heimische Futtermittelerzeugung und genügend Niederschläge, um klimafreundlicher tierische Lebensmittel zu produzieren als anderswo auf der Welt“, verdeutlicht Henze. Zudem sollte die Kreislaufwirtschaft bei der Bewertung berücksichtigt werden. Immerhin kämen auf ein Kilogramm essbarer Biomasse vier Kilogramm nicht-essbarer Biomasse, die von den Tieren verwertet werden könne, die dann wertvollen Wirtschaftsdünger lieferten. Genau hier setzt die Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsen an. Durch ein verbessertes Management von Wirtschaftsdünger ließen sich signifikante CO₂-Einsparungen erzielen.

„Es wird schwierig, gleichzeitig in allen Bereichen wie Tierwohl, Lebensmittelpreis und Auswirkungen auf das Klima ein optimales Ergebnis zu erreichen“, rät Ehlers dazu, ohne Scheuklappen alle Herausforderungen im Blick zu behalten. Er hält Schweine in der Haltungsstufe 2 auf Spaltenböden und in der Haltungsstufe 4 auf Stroh. „Uns Landwirte in Europa zeichnet aus, dass wir sehr effizient sind“, sagt der Landwirt aus Verden. Ein großer Faktor sei dabei das hohe Ausbildungsniveau der Menschen in Niedersachsen, die mit Herzblut im Stall stünden und sich dadurch auch an neue Gegebenheiten anpassen können. Beim globalen Thema des Klimas habe die deutsche Landwirtschaft daher Verantwortung zu tragen.

„Je optimierter ich die Fütterung einstelle, desto besser kann ich Klimaschutz und Tierwohl unter einen Hut bekommen“, berichtet Berges aus seinem Schweinestall und nennt damit auch ein Beispiel, auf welchem hohen Niveau sich die Landwirte bereits seit Jahren Gedanken zu dem Thema machen. „Darauf können wir stolz sein“, sagt der Cloppenburger. Wichtig sei es nun, den Landwirten die notwendigen Werkzeuge und Freiräume zu geben, um noch effizienter zu werden.

„Ich bin ein Freund davon, viel den Markt regeln zu lassen, weil er schneller reagieren kann und dem Landwirt verlässlicher Signale gibt, in welche Richtung sich etwas bewegen soll“, lautet Ehlers Erfahrung. Ein zentrales Hindernis sei jedoch die Bürokratie. „Viele Landwirte wollen investieren und modernisieren – aber komplizierte Bauvorgaben und langwierige Genehmigungsprozesse bremsen sie aus.“

Moderatorin Wibke Langehenke fasst die Podcast-Runde so zusammen: „Was wir brauchen, sind unbürokratische, praxistaugliche Wege – und klare, einheitliche Standards in Europa, damit Verbraucher an der Fleischtheke bewusste Entscheidungen treffen können.“

Zu hören ist der Podcast ab sofort bei spotify. (LPD 32/2025)

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