Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay
Neben der Vermittlung grundlegender Erste-Hilfe-Maßnahmen stehen vor allem praxisnahe Übungen und realitätsgetreue Szenarien auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Mittelpunkt Foto: Pixabay

Spezialkurs von den Maltesern bereitet Landwirte auf Notfälle vor

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors beim Erste Hilfe-Kursus speziell für Landwirte bei den Maltesern Sandkrug. Das Besondere an diesem Kurs: Neben der Vermittlung grundlegender Erste-Hilfe-Maßnahmen stehen vor allem praxisnahe Übungen und realitätsgetreue Szenarien auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Mittelpunkt. Vom Betriebsleiter bis hin zum Auszubildenden reicht der Querschnitt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch für die Landfrauen werden entsprechende Kurse angeboten.

Dabei geht es neben den Maßnahmen zur Wiederbelebung oder zur Versorgung von Schnittwunden auch um technisches Verständnis. „Bei einem Herzinfarkt ist es wichtig, sehr schnell die 112 zu wählen oder den Notrufknopf am Handy zu drücken“, sagt Ausbilder Karsten Arlt. Das gehe auch bei gesperrtem Smartphone. Die Rettungsleitstelle könne dann den Notfall orten.

Auch bei Schnittverletzungen oder bei abgetrennten Gliedmaßen sei es wichtig, ruhig zu bleiben und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. „Dann muss man mit den Mitteln, die man hat, einen Druckverband anlegen“, greift Stors nach dem Theorieteil die Gegebenheiten vor Ort auf. Deshalb findet der Kurs auch oft in Werkstätten, Ställen oder Maschinenhallen statt. „Dort wird deutlich, wie schwierig es bei großen Maschinen oder umgestürzten Paletten ist, einen Menschen zu bergen“, sagt Stors. Die Arbeit im Team und die Fähigkeit zu improvisieren, seien daher entscheidend.

Schnell die Feuerwehr zu rufen oder einen Defibrillator aus dem Nachbarort zu holen, sei der nächste Schritt. „Dafür muss man aber wissen, wo ein Defibrillator ist“, weist Stors auf eine gute Vorbereitung hin. Denn gerade im ländlichen Raum bräuchten die Rettungskräfte oft 20 bis 30 Minuten, bis sie am Einsatzort sind. Für Betriebe mit Mitarbeitenden ist es zudem verpflichtend, ausgebildete Ersthelfer vorweisen zu können. Die Kosten für entsprechende Kurse werden von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) übernommen. Der „Erste-Hilfe-Kurs für Landwirte“ wird vom Kreislandvolkverband Oldenburg einmal jährlich angeboten und wird stark nachgefragt. „Unsere Mitglieder sind sehr dankbar für dieses Angebot. Der Kurs war daher auch schnell ausgebucht“, sagt Stefanie Oetjen vom Kreislandvolkverband Oldenburg und hofft auf Nachahmer. (LPD 40/2026)

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org

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