Herdenschutz: Zwischen Praxis, Kosten und Politik

Wie können Weidetierhalter ihre Tiere wirksam vor Wolfsübergriffen schützen – und welche Unterstützung brauchen sie dafür? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Folge der Themenreihe Wolf des Landvolk-Podcasts Foto: Landvolk

Neue Landvolk-Podcast-Folge zeigt Stimmen aus Praxis, Beratung und Verband

L P D – Wie können Weidetierhalter ihre Tiere wirksam vor Wolfsübergriffen schützen – und welche Unterstützung brauchen sie dafür? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Folge der Themenreihe Wolf des Landvolk-Podcasts. Moderatorin Wibke Langehenke spricht dafür mit der Koordinatorin für Herdenschutz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Elke Steinbach, dem Landwirt Florian Martens aus dem Kreis Verden sowie Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin beim Landvolk Niedersachsen. Gemeinsam diskutieren sie praktische Erfahrungen aus der Weidetierhaltung, wirksame Herdenschutzmaßnahmen und politische Erwartungen an die Zukunft.

Elke Steinbach berät Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter landesweit. Aus ihrer Sicht bleibt eine gute Zäunung die wichtigste Grundlage: „Die Aufwertung bestehender Zäune oder eine Erneuerung ist nach wie vor das A und O.“ Stromführende Zäune hätten sich bewährt. „Der Stromschlag erzeugt einen Schmerzreiz – und diese Erfahrung ist beim Wolf nachhaltig verankert“, erklärt Steinbach.

Wie sich der Herdenschutz im Alltag auswirkt, schildert Landwirt Florian Martens. Seit rund fünf Jahren investiert er in entsprechende Maßnahmen und arbeitet in den meisten Bereichen mit mobilen, elektrifizierten Zäunen. Rund 15.000 Euro habe er bereits für die Herdenschutzmaßnahmen ausgegeben. „Das ist eine enorme Investition – und die Mehrarbeit wird bislang nicht vollständig ausgeglichen“, sagt Martens. Neben den Kosten belaste die Weidetierhalter vor allem die ständige Sorge um die Tiere. „Man lebt eigentlich in dauernder Angst und fragt sich jeden Morgen: Was finde ich heute vor?“

Dass Herdenschutz wichtig ist, steht für alle Gesprächspartner außer Frage – dennoch gebe es keinen hundertprozentigen Schutz, betont Steinbach. Entscheidend sei deshalb, Lösungen zu finden, die zu Betrieb, Flächenstruktur und Tierarten passen.

Aus Sicht des Landvolks Niedersachsen wurden zwar Fortschritte bei der Förderung erreicht, dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf. Neben Investitionen in Zäune brauche es vor allem stärkere Unterstützung bei laufenden Kosten und beim zusätzlichen Arbeitsaufwand. „Unsere Weidetierhalter tragen nicht nur eine große emotionale, sondern eine erhebliche wirtschaftliche Belastung. Um die Weidetierhaltung langfristig tragfähig zu halten, ist daher mehr finanzielle Unterstützung notwendig. Andernfalls wird es immer mehr Halter geben, die die Kosten für den Herdenschutz vor dem Wolf nicht mehr stemmen können“, sagt Jürges. In der neusten Podcast-Folge geht es außerdem um Erfahrungen mit Wolfsübergriffen, Förderprogramme für den Herdenschutz sowie um die Frage, welche politischen Entscheidungen künftig notwendig sind, um Weidetierhaltung in Niedersachsen auch wirtschaftlich langfristig zu sichern. (LPD 24/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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