Kuh & Klima: Landwirtschaft ist Teil der Lösung

In der neuen Folge des Landvolk-Podcasts mit dem Titel „Klimabilanz der Kuh – Fakten statt Vorurteile“ wird deutlich: Obwohl Lebensmittel nie vollständig klimaneutral produziert werden können, ist Landwirtschaft längst Teil der Lösung. Foto: Landvolk Niedersachsen

Neue Landvolk-Podcast-Folge „Klimabilanz der Kuh – Fakten statt Vorurteile

L P D –  Kühe als Klimasünder? Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig – doch wieviel Wahrheit steckt wirklich dahinter? In der neuen Folge des Landvolk-Podcasts mit dem Titel „Klimabilanz der Kuh – Fakten statt Vorurteile“ sprechen Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg, Nora Lahmann, Referentin für Milch beim Landvolk Niedersachsen sowie Referentin für Nachhaltigkeit bei der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen, und Moderatorin Wibke Langehenke über Fakten, Strategien und Perspektiven rund um die Rolle der Rinder in der Klimadebatte. Im Gespräch wird deutlich: Obwohl Lebensmittel nie vollständig klimaneutral produziert werden können, ist Landwirtschaft längst Teil der Lösung.

„Acht Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland entfallen auf die Landwirtschaft – davon stammen mehr als 40 Prozent aus der Rinderhaltung“, erläutert Lahmann. Das liege vor allem am Methan, das bei deren Verdauung entstehe. Das Ziel der Landwirtschaft ist es deshalb, die Lebensmittelproduktion sicherzustellen und gleichzeitig Emissionen zu reduzieren. Ein zentrales Element der Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsen ist daher die Steigerung der Effizienz. Die Bausteine dazu heißen weniger Emissionen pro Liter Milch durch gesündere, langlebigere Tiere, verbesserte Zucht, moderne Fütterung und damit verbundene höhere Milchleistungen sowie technische Innovationen bei Lagerung und Ausbringung der Gülle.

„Ein Großteil der Maßnahmen wird von den Landwirtinnen und Landwirten seit Jahrzehnten umgesetzt. Die Emissionen pro Liter Milch sinken bereits kontinuierlich“, betont Kohlenberg. Er bewirtschaftet mit seiner Familie in Bremke im Landkreis Holzminden einen modernen Milchviehbetrieb mit 60 Kühen, 70 Jungrindern und rund 170 Hektar Fläche – davon 100 Hektar Ackerland, 40 Hektar Grünland und 30 Hektar Wald. Insgesamt stehen in Niedersachsen rund 700.000 Hektar Grünland zur Verfügung – Flächen, die nicht für den Ackerbau geeignet sind, und nur durch Wiederkäuer in hochwertige, proteinreiche Lebensmittel umgewandelt werden können. „Das ist Ressourcennutzung im besten Sinne“, ergänzt Lahmann.

Auch der Methankreislauf wird im Podcast thematisiert: „Methan wird in der Atmosphäre zu Kohlendioxid (CO₂) abgebaut, das wiederum vom Gras aufgenommen wird – das die Kuh frisst. Ein geschlossener Kreislauf, der in der Debatte oft untergeht“, sagt Kohlenberg. Und es gibt weiteres Minderungspotential: Mit bestimmten Futterzusätzen lasse sich der Methanausstoß pro Kuh potenziell um bis zu 20 Prozent senken. „Stellen Sie sich mal vor, was wir damit erreichen könnten, wenn das jeder Rinderhalter einsetzen könnte“, sagt Lahmann und zeigt damit: Die Landwirtschaft hat bereits viel erreicht – und arbeitet weiterhin engagiert an mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Die Folge direkt aus dem Kuhstall ist ab sofort bei Spotify verfügbar. (LPD 37/2025)

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