Landwirte engagieren sich für den Klimaschutz

Die Experten in der aktuellen Podcast-Folge unterstreichen unisono, dass die Klimabilanzierung kein Selbstzweck sei, sondern ein Werkzeug, um nachhaltiger und effizienter zu wirtschaften. . Foto: Landvolk Niedersachsen

Im neuen Landvolk-Podcast steht die Klimabilanzierung im Mittelpunkt

L P D – Das Bewusstsein für den Klimaschutz zu stärken und landwirtschaftliche Betriebe bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen, ist eine der Aufgaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In der aktuellen Podcast-Folge zur Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsens widmen sich Moderatorin Wibke Langehenke, Dr. Nataly Jürges, Landvolk-Referentin für Umweltrecht und -politik, und Wiebke Schumacher, Fachreferentin für Klimaschutz und Klimaanpassung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, daher intensiv dem Thema Klimabilanzierung.

„Die Klimabilanzierung ist ein Werkzeug, das erfasst und bewertet, wo in einem Produktionsprozess Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas entstehen“, erläutert Schumacher. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck eines Produkts – beispielsweise je Kilogramm Milch oder Fleisch – greifbarer zu machen. „Diese transparente Darstellung ermöglicht es den Betrieben, passgenaue Maßnahmen zur Emissionsminderung zu entwickeln und umzusetzen“, sagt sie.

Der Ablauf einer Klimabilanzierung sei vergleichsweise unkompliziert: „Landwirte können sich an die Landwirtschaftskammer wenden, die dann gemeinsam mit einem Berater die erforderlichen Betriebsdaten erfasst“, bietet Schumacher an. Diese Daten werden in ein spezielles CO₂-Bilanzierungstool eingegeben, das die Emissionen berechnet und visualisiert. „Das Ergebnis zeigt, wo die größten Emissionsquellen liegen und welche Maßnahmen am effektivsten sind, um den CO₂-Fußabdruck zu verringern“, verdeutlicht Schumacher. Die Beratungskosten werden über die einzelbetriebliche Beratungsförderung durch das Land Niedersachsen zu bis zu 80 Prozent übernommen.

Die Vorteile einer Klimabilanzierung gehen jedoch über die reine Emissionsminderung hinaus. „Sie hilft Betrieben, die Produktion effizienter zu gestalten, gegebenenfalls Kosteneinsparpotenziale zu erkennen und ihre Klimaschutzleistung gegenüber Marktpartnern, Banken und Verbrauchern transparent zu dokumentieren“, sagt Schumacher. Jürges verweist jedoch auch auf Herausforderungen. „Es gibt Zielkonflikte, etwa zwischen Klimaschutz, Tierwohl und Naturschutz“, gibt sie zu Bedenken und fordert eine realistische Bewertung der Maßnahmen im Zusammenhang der jeweiligen Betriebsbedingungen.

„Eine zentrale Forderung der Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsen ist, dass die Klimaeffizienz auf die Produkteinheit anstatt auf die Flächeneinheit berechnet wird“, betont Jürges. Zudem hinke der Vergleich zwischen Haferdrink mit Kuhmilch. „Das sind Lebensmittel mit ganz unterschiedlichen Nährstoffgehalten. Wir sprechen uns deshalb dafür aus, dass nur Lebensmittel miteinander verglichen werden sollten, die von ihren Nährstoffgehalten vergleichbar sind“, sagt Jürges.

Abschließend unterstreichen die Experten jedoch unisono, dass die Klimabilanzierung kein Selbstzweck sei, sondern ein Werkzeug, um nachhaltiger und effizienter zu wirtschaften. Dabei sei es wichtig, die Betriebe bei der Umsetzung zu unterstützen und die Maßnahmen individuell auf die jeweiligen Betriebsbedingungen abzustimmen, um sowohl Klimaschutz als auch Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu fördern. Zu hören ist der Podcast ab sofort bei spotify. (LPD 47/2025)

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