Mit regionalen Erdbeeren den Sommer schmecken

Die Erdbeersaison in Niedersachsen hat dieses Jahr besonders früh begonnen – bereits Ende April wurden die ersten süßen Früchte geerntet. Möglich gemacht haben das moderne Anbausysteme und ein lichtreiches Frühjahr. Foto: Landvolk Niedersachsen

Saison hat sehr früh begonnen – Preise auf Vorjahresniveau

L P D – Salate, Snacks und Shakes – mit fruchtigen Erdbeeren aus Niedersachsen bekommen viele Gerichte erst den frischen Sommergeschmack. Überall im Land haben die Erdbeerbauern ihre Häuschen aufgestellt, um die gepflückten Früchte auf möglichst direktem Weg an den Mann und die Frau zu bringen. „Die Sorten mit dem besonders süßen und aromatischen Geschmack sind nur für kurze Zeit lagerfähig“, erläutert Gärtnermeister Harm Nöhre aus Lehrte. Er hebt damit auch gleichzeitig den größten Vorteil der regionalen Früchte gegenüber Importen hervor: „Frisch gepflückt schmecken sie einfach am allerbesten.“ Beim Preis orientiert er sich wie die meisten Direktvermarkter an den Vorjahren. Die klassische Freilandsaison beginnt je nach Witterung ab Juni. Dann laden viele Betriebe auch wieder zum beliebten Selbstpflücken inklusive Naschens auf dem Feld ein.

Bis dahin stammen die ersten Erdbeeren des Jahres aus modernen Anbausystemen, die die Pflanzen vor zu kalten Nächten und Regen schützen. „Wir haben ein sehr lichtreiches Frühjahr, die Verfrühungen hatten daher einen sehr guten Effekt“, sagt Tilman Keller, Leiter des Beratungsteams Beerenobst des Obstbauzentrums in Jork. Die Erdbeerliebhaber können sich daher über eine sehr lange Saison freuen, die in Niedersachsen bereits Ende April begann. „Das Wetter ist im Moment ideal für die Erdbeeren. Tagsüber sorgt die Sonne für Süße und durch die kühlen Nächte reift die Frucht nicht nach und ist dadurch besonders stabil“, freut sich Keller. Der Sonnenschein sorge zudem für eine hervorragende Gesundheit der Pflanzen, die sehr gut aus dem Winter gekommen seien: „Es passt einfach alles.“

Gleichzeitig stimmt die Trockenheit die Erdbeerbauern mit Blick auf die Pflanzen im Freiland auch etwas nachdenklich. „Die meisten Erdbeerfelder können bewässert werden“, hebt Keller die gute Vorbereitung der Anbauer hervor. Voraussetzung dafür seien allerdings ausreichende Wasservorkommen und -rechte. Der ressourcenschonende Umgang mit Wasser und Dünger sowie der gezielte Einsatz von Nützlingen wie Schlupfwespen und Raubmilben, die gegen Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und weiße Fliegen eingesetzt werden, sind derzeit die wichtigsten pflanzenbaulichen Themen im Erdbeeranbau.

Niedersachsen zählte laut Landesamt für Statistik Niedersachsen auch 2024 bundesweit zu den Spitzenreitern im Erdbeeranbau: Auf 2.133 Hektar wuchsen die roten Früchte – das entspricht mehr als einem Viertel (25,2 Prozent) der gesamten deutschen Freilandfläche. Im Vergleich zu 2014 hat der Erdbeeranbau in Niedersachsen jedoch abgenommen. Damals wuchsen noch Erdbeeren auf einer Freiland-Fläche von 3.500 Hektar. Der Trend zum geschützten Anbau setzte sich indes fort. Seit 2015 ist die Anbaufläche unter Tunneln von etwa 70 Hektar stark auf mittlerweile mehr als 250 Hektar angewachsen. (LPD 36/2025)

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