Ökolandbau ist mehr als die Summe seiner Teile

Ein Pionier der Bio-Branche und Vorsitzender des Landvolk-Ausschusses für Ökolandbau, Carsten Bauck, und Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies sprechen im aktuellen Podcast mit Landvolk-Referent Dr. Tom Pielhop und Moderatorin Wibke Langehenke über die Stärken, Herausforderungen und Potenziale des ökologischen Landbaus Foto: Landvolk

Landvolk-Podcast widmet sich der Rolle des Ökolandbaus beim Klimaschutz

L P DWelche Rolle spielt der Ökolandbau in der Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsen? Diese Frage wird im aktuellen Landvolk-Podcast diskutiert. Ein Pionier der Branche und Vorsitzender des Landvolk-Ausschusses für Ökolandbau, Carsten Bauck, und Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies sprechen darin mit Landvolk-Referent Dr. Tom Pielhop und Moderatorin Wibke Langehenke über die Stärken, Herausforderungen und Potenziale des ökologischen Landbaus. Ihr Fazit: Der Ökolandbau ist mehr als die Summe seiner Teile – er kann eine Zukunftsstrategie für Klima, Umwelt und Gesellschaft sein, wenn konventionelle Landwirte und Biobauern voneinander lernen.

Im Ökolandbau wird auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel verzichtet. „Das ist der entscheidende Unterschied und macht die Bewirtschaftung sehr anspruchsvoll. Fehler sind schwerer zu korrigieren“, verdeutlicht Hennies. Guter Pflanzenbau und eine Tierhaltung, die sich am Wohlbefinden der Tiere orientiere, sei die Grundlage allen landwirtschaftlichen Wirtschaftens, egal ob konventionell oder ökologisch. In der Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsen hat der Ökolandbau daher keine Sonderrolle – die Steigerung der Klimagaseffizienz ist für beide Formen der Landbewirtschaftung am wichtigsten.

Der Ökolandbau bringe für die Biodiversität und die Umwelt insgesamt viele Vorteile. Regional lasse sich auch eine reduzierte Treibhausgas-Emission feststellen. Aber: „Für die gleiche Menge Lebensmittel brauchen wir im Ökolandbau mehr Fläche – das schlägt sich in der Klimabilanz nieder“, sagt Pielhop, zuständig für die Bereiche Ökolandbau und Pflanzenbau. Bauck und Hennies sehen daher noch großes Potenzial: Der Einsatz von moderner Technik wie KI-gesteuerter Hackroboter sowie trockenresistenter oder stickstoffeffizienter Sorten könnten die Klimaeffizienz verbessern.

„Selber etwas Neues auszuprobieren, das beeindruckt mich besonders am Ökolandbau“, sagt Hennies. Gerade im technischen Bereich könnten sich die konventionellen Landwirte viel von den Ökobauern abgucken. Gleichzeitig müssten politische Rahmenbedingungen verbessert werden – etwa durch weniger Bürokratie und langfristige Planungssicherheit. „Es muss für die Bio-Betriebe einfacher werden, besser zu werden“, sagt Hennies und fordert weniger sinnfreie Regulierungen für alle Landwirte. „Acht bis zehn Kontrollen pro Jahr sind zu viel“, nennt er ein Beispiel. Von der neuen Regierung fordern Bauck und Hennies zudem ganz dringend Planungssicherheit für die Tierhaltung ein. „Wenn ich heute einen Stall baue, dann muss der auch noch in 25 Jahren nutzbar sein“, sind sich die beiden einig. Das wäre dann auch ein gutes Zeichen für den Klimaschutz.
Bio oder konventionell – wer macht mehr für’s Klima? – Der Landvolk-Podcast | Podcast on Spotify
(LPD 42/2025)

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