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Sommergänse zählen für den Schutz der Äcker

Immer mehr Gänse verbleiben ganzjährig in Niedersachsen und brüten hier. Dabei ernähren sie sich auch überwiegend vom Aufwuchs auf landwirtschaftlichen Flächen Foto: Landvolk

Landvolk unterstützt Erfassung der Landesjägerschaft: Landwirtschaft braucht Fakten

L P D – Das Landvolk Niedersachsen unterstützt den diesjährigen Aufruf der Landesjägerschaft Niedersachsen zur flächendeckenden Erfassung der Sommergänse am 19. Juli 2025 und ruft alle Mitglieder zur aktiven Beteiligung auf. Seit 2014 erfolgt die Zählung der übersommernden Gänse in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover – und sie ist wichtiger denn je, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Gerade für die Landwirtschaft ist eine belastbare Datenlage zur Entwicklung der Sommergänsepopulation unerlässlich. „Die Fraßschäden, die Sommergänse auf unseren Feldern und Wiesen hinterlassen, sind real und werden immer größer –werden aber politisch bislang nur unzureichend berücksichtigt“, betont Carl Noosten, Vizepräsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland (LHV) und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gänsefraß im Landvolk Niedersachsen.

Gänse fühlen sich auf Niedersachsens Weiden und Äckern auch im Sommer zunehmend wohl – sehr zum Verdruss der Landwirte. Die als nordischen Gastvögel bezeichneten Tiere überwintern eigentlichen nur in Niedersachsen und ziehen im Frühjahr in ihre arktischen Brutgebiete. „Doch immer mehr Gänse verbleiben ganzjährig in Niedersachsen und brüten hier. Dabei ernähren sie auch überwiegend vom Aufwuchs auf landwirtschaftlichen Flächen“, erklärt Noosten.

Die Folgen sind für die Landwirte überall sichtbar: Die starke Ausbreitung der Tiere mitsamt der Fraß- und Verkotungsschäden geht voll zu Lasten der Betriebe und trifft sie in ihrer Wirtschaftlichkeit. Deshalb sei es besonders wichtig, dass möglichst alle Revierinhaber die Gänsezählung unterstützen und ihre Ergebnisse zurückmelden – auch wenn keine Gänse gesichtet wurden. „Denn nur mit vollständigen Daten kann ein realistisches Bild der aktuellen Bestandssituation gezeichnet und fundiert gegenüber der Landesverwaltung argumentiert werden“, führt Noosten aus.

Mitglieder des Landvolks, die selbst keine Jagdausübungsberechtigten sind, sind aufgerufen, ihre Revierpächter anzusprechen und für die Bedeutung der Sommerzählung zu sensibilisieren. „Wir brauchen verlässliche Zahlen für einen wirksamen Dialog mit Politik und Verwaltung“, erläutert Noosten weiter. „Die Sommergänsezählung liefert die wissenschaftliche Grundlage dafür.“ (LPD 50/2025)

Weiterführende Infos: https://www.ljn.de/wild-und-jagd/wildtiererfassung-wte

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