Spargel und Erdbeeren krönen den Sommeranfang

Die Erdbeerernte aus dem Freiland ist in Niedersachsen in vollem Gang Foto: Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer

Heidelbeeren vorerst aus geschütztem Anbau – offizielle Saisoneröffnung am 3. Juli

L P D – Spargel, Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren – im Moment reiht sich in den niedersächsischen Hofläden und im Lebensmitteleinzelhandel ein regionales Highlight an das nächste. „Die Stimmung bei den Konsumenten ist gut“, berichtet Sören Spille vom Hof Köhrmann in Hatten im Landkreis Oldenburg. Besonders zu Pfingsten sei die Nachfrage hoch gewesen. Jetzt geht es in den Endspurt – am 24. Juni ist traditionell Schluss mit der Spargelernte, damit sich die Pflanzen erholen können und durch das Austreiben Kraft für das nächste Jahr schöpfen, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Mit Trockenheit käme der Spargel durch seine langen Wurzeln gut klar, berichtet Spille, der den Hof im vergangenen Jahr übernommen hat und gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Annika Schulze führt: „Der Ertrag schwankt eher durch die Temperaturen. Ist es kalt, wird der Spargel knapp“, lautet seine Erfahrung. Dann helfe auch der Wechsel auf schwarze Folie auf den Dämmen nur wenig, unter denen der Spargel wächst und in mühevoller Handarbeit geerntet wird. Spille erkennt bei seinen Kunden zwar eine hohe Wertschätzung für diese Handarbeit, die beim Spargel von der Ernte bis zur Verpackung etwa 90 Prozent ausmacht, Preiserhöhungen seien aber nur begrenzt durchsetzbar. „Wir bieten sehr gute Qualität und sind dabei nicht der Hochpreisigste, aber auch nicht der Billigste“, begründet er die bislang gute Nachfrage. Die geplante Erhöhung des Mindestlohns sieht er daher mit Sorge.

„Wir unterstützen unsere bis zu 50 Mitarbeiter mit technischen und intelligenten Neuerungen, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Schälmaschinen, eine kameragesteuerte Sortierung und Spargelspinnen, die die Folie bei der Ernte anheben, gehören in Niedersachsen zum Standard“, betont der 29-Jährige mit einem Faible für moderne Technik. Seine neueste Errungenschaft ist ein Gerät, dass Erdbeeren durch ein Vakuum gefriertrocknet, ihnen damit die gesamte Feuchtigkeit entzieht und sie so sehr lange haltbar macht. Denn um seinen Kunden immer wieder etwas Neues im Hofladen anzubieten, baut er neben dem Spargel auch Erdbeeren und Himbeeren im Folientunnel sowie Heidelbeeren im Freiland an.

Spille ist damit einer von 223 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen, die auf einer Fläche von 2.638 Hektar Strauchbeeren anbauen, zitiert der Landvolk-Pressedienst das Landesamt für Statistik Niedersachsen. Die Kulturheidelbeere war 2024 die am häufigsten angebaute Strauchbeerenart. Auf 2.249 Hektar wurden im vergangenen Jahr 10.027 Tonnen geerntet. Somit stammen etwa 66,4 Prozent der in Deutschland geernteten Kulturheidelbeeren aus Niedersachsen.

Außerdem wurden in Niedersachsen weitere Strauchbeerenarten wie rote, weiße und schwarze Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren sowie Aroniabeeren angebaut. Mit insgesamt 97 Hektar Anbaufläche und 858 Tonnen Erntemenge waren Himbeeren die zweithäufigste Strauchbeerenart in Niedersachsen. 58 Prozent der gesamten Himbeeranbaufläche befand sich im Folientunnel oder im Gewächshaus.

„Der geschützte Anbau nimmt zu, und das macht auf Dauer auch Sinn, die Früchte vor Frost und Starkregen zu schützen“, bestätigt Thorsten Flick von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer. Ein weiterer Vorteil ist die kontrollierte Bewässerung und Düngung über Tröpfchenschläuche an den Wurzeln und der gezielte Einsatz von Nützlingen. Während die Himbeeren im Gewächshaus noch in den Startlöchern stehen, hat die Erdbeerernte im Tunnel bereits im Mai begonnen und ist im Freiland niedersachsenweit nun im vollen Gange. Heidelbeeren aus dem Freiland folgen ab Ende Juni. Die offizielle Eröffnung der Heidelbeersaison feiert die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer am 3. Juli in Neustadt am Rübenberge. (LPD 43/2025)

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