48 Höfe begrüßen rund 165.000 Besucherinnen und Besucher in ganz Niedersachsen
L P D – Moderne Landwirtschaft zum Anfassen, persönliche Gespräche mit den Menschen auf den Höfen und ein deutliches Signal für die Zukunft des ländlichen Raums: Der Tag des offenen Hofes hat am Sonntag in Niedersachsen erneut gezeigt, welche Bedeutung die Landwirtschaft für Gesellschaft, Wirtschaft und das Leben auf dem Land hat. Insgesamt 48 Betriebe öffneten ihre Tore und empfingen rund 165.000 Besucherinnen und Besucher. Die landesweite Eröffnung fand in Hagen bei Bergen statt, wo acht landwirtschaftliche Betriebe gemeinsam ihre Höfe präsentierten.
Dort dankte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies den Gastgeberfamilien und allen teilnehmenden Betrieben für ihr Engagement. „Der Tag des offenen Hofes zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig Landwirtschaft in Niedersachsen ist. Unsere Betriebe stehen für Qualität, regionale Wertschöpfung und verantwortungsvolles Wirtschaften – gleichzeitig wachsen die Erwartungen und die Rahmenbedingungen werden komplexer. Umso wichtiger ist der direkte Austausch: Wer erlebt, wie Landwirtschaft heute funktioniert, gewinnt Verständnis für einen Beruf, der für unser Land unverzichtbar ist.“
Dazu gehöre viel Organisation und Leidenschaft, um ein nachhaltiges und modernes Bild der Landwirtschaft zu zeigen, damit sich das Bilderbuchbild, das einige noch von Landwirtschaft haben, erübrige und in ein modernes, ein zukunftsfähiges, ein digitales, ein nachhaltiges Bild von Landwirtschaft mit modernen Landwirtinnen und Landwirten gewandelt werde, führte Lies aus und konnte sich beim anschließenden Hof-Rundgang mit dem Gutsbetriebsleiterpaar Kuhlmann einen eigenen Eindruck verschaffen.
Der Auftakt begann mit einem Ernte-Bitt-Gottesdienst auf dem Familienbetrieb Kuhlmann. Pastor Axel Stahlmann von der St.-Lamberti-Kirche Bergen stellte die enge Verbindung von Wetter, Politik und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen heraus. Landwirtschaftliches Handeln sei von vielen Faktoren abhängig, die oft nicht in der Hand der Betriebe lägen. Umso wichtiger seien Anerkennung, faire Bedingungen und gesellschaftliche Wertschätzung.
Lies betonte zudem die zentrale Rolle der Landwirtschaft für Niedersachsen. Sie sichere Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Lebensqualität im ländlichen Raum. Als Agrarland Nummer Eins brauche Niedersachsen eine starke Landwirtschaft und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Nur so könnten junge Menschen für den Beruf begeistert werden. Aufgaben wie Ernährungssicherung, Energieerzeugung sowie Natur- und Artenschutz müssten gesellschaftlich anerkannt und angemessen vergütet werden. Auch beim Thema Wolf seien tragfähige Lösungen notwendig. Mit den geplanten gesetzlichen Regelungen und einem Managementplan sei man hier einen wichtigen Schritt vorangekommen.
Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies dankte dem Ministerpräsidenten für dessen Einsatz für Landwirtschaft und ländliche Räume. Sein besonderer Dank galt zudem den Sponsoren, dem Medienpartner NDR 1 sowie den zahlreichen Ehrenamtlichen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. „Landwirtschaft ist Wertschöpfung und Präsenz im ländlichen Raum!“, fasste Hennies die Bedeutung der Branche zusammen.
Der Landvolkpräsident hob hervor, dass Landwirtschaft gemeinsam mit Landfrauen und Landjugend zu den wichtigsten Trägern des gesellschaftlichen Lebens auf dem Land gehöre. Gleichzeitig würdigte er die Vielfalt der niedersächsischen Betriebe. „Hier und an allen anderen Orten in Niedersachsen kann man die Vielseitigkeit der örtlichen Landwirtschaft erleben – von der bäuerlichen Landwirtschaft bis zum Nebenerwerb ist hier die ganze Breite abgebildet. Das zeigt, dass Landwirte nach Lösungen suchen – ein jeder in seinem eigenen Bereich, wo er stark sein kann, wo er besonders sein kann und Möglichkeiten findet, sich eigene Märkte zu erschließen. Genau dafür ist der Tag des offenen Hofes da“, sagte Hennies.
Für die Landwirtschaft vor Ort sprach Kreislandwirt Carsten Wilhelm Drewes. Er verwies auf die besondere Struktur Hagens mit seinen acht aktiv bewirtschafteten Höfen und sprach zugleich die Herausforderungen durch die geplante Neubautrasse der Deutschen Bahn an. „Wir hoffen, dass sich der Ministerpräsident weiterhin für den Bestandsausbau der Strecke einsetzt und die Belange der landwirtschaftlichen Betriebe sowie der Menschen im ländlichen Raum berücksichtigt“, erklärte Drewes.
Wie wichtig Wetter und Wasser für die Landwirtschaft sind, erfuhren die Gäste nicht nur in den Redebeiträgen. Ein kräftiger Regenschauer sorgte während der Eröffnung kurzerhand für einen Ortswechsel in die Maschinenhalle des Gutsbetriebs Kuhlmann. Anschließend nutzten Tausende Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, moderne Landwirtschaft hautnah kennenzulernen. Bei Hofführungen und Gesprächen erhielten sie Einblicke in die Kartoffelproduktion, Pferdehaltung, Milchviehbetriebe und ökologische Sonderkulturen. Moderne Technik, nachhaltige Produktionsverfahren und innovative Betriebszweige standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie der direkte Austausch mit den Familien auf den Höfen. Der Tag des offenen Hofes machte damit einmal mehr deutlich, was Landwirtschaft in Niedersachsen auszeichnet: Innovationskraft, Verantwortung und eine tiefe Verwurzelung im ländlichen Raum.
Der Norddeutsche Rundfunk ist Kooperationspartner und begleitete den Tag des offenen Hofes zum 15. Mal. Unterstützt wird die Veranstaltung außerdem durch die VGH Versicherung, die Öffentliche Versicherung Oldenburg, die Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse und die Öffentliche Versicherung Braunschweig. (LPD 42/2026)
Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org






