Tierhaltung im Nebenerwerb: Mehr Freude als Last

In der aktuellen Folge widmen sich die Gastgeber und Gäste einem Aspekt, der oft unterschätzt wird, aber für etwa ein Drittel der Höfe im Land Realität ist – der Tierhaltung im Nebenerwerb Foto: Landvolk

Neue Folge des Landvolk-Podcasts rückt Chancen im Nebenerwerb in den Fokus

L P D – Mit der zweiten Staffel des Landvolk-Podcasts rückt der Landesbauernverband ein zentrales Thema in den Fokus: das Projekt „tierischGUT aus Niedersachsen“ zum Erhalt der Nutztierhaltung. In der aktuellen Folge widmen sich die Gastgeber und Gäste einem Aspekt, der oft unterschätzt wird, aber für etwa ein Drittel der Höfe im Land Realität ist – der Tierhaltung im Nebenerwerb. Zu Gast sind diesmal Natascha Henze, Referentin für Vieh und Fleisch beim Landvolk Niedersachsen und zugleich selbst Nebenerwerbslandwirtin, sowie Marten Eggers aus dem Landkreis Uelzen. Der 32-jährige Nebenerwerbslandwirt steht kurz davor, den elterlichen Betrieb zu übernehmen und hat diesen in den vergangenen Jahren von Milchvieh- auf Mutterkuhhaltung umgestellt.

Im Gespräch werden die Ergebnisse der Online-Umfrage des Projekts „tierischGUT aus Niedersachsen“ vorgestellt, an der rund 1.300 Landwirtinnen und Landwirte teilgenommen haben. Auffällig: Etwa ein Viertel der Antworten stammt von Nebenerwerbsbetrieben, die häufiger ökologisch wirtschaften als die Haupterwerbslandwirte. Die Befragung zeigt auch die größten gemeinsamen Herausforderungen: Bürokratie und Dokumentationspflichten belasten mehr als 80 Prozent der Tierhalter, hinzu kommen Unsicherheiten durch politische Vorgaben. „Bei Nebenerwerbsbetrieben ist das Thema Wolf deutlich relevanter als bei Haupterwerbsbetrieben und ist hier die drittgrößte Herausforderung“, betont Henze. Das liege vor allem daran, dass Haupterwerbslandwirte eher Milchkühe und Schweine hielten als Mutterkühe und Schafe wie die Nebenerwerbslandwirte.

Wie schwierig es ist, Tierhaltung, Hauptberuf, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen, berichtet Eggers in dem Podcast. „Gerade im Nebenerwerb muss die Mutterkuhhaltung kostengünstig sein, sonst lohnt es sich nicht. Dazu kommt die Zeitfrage – vieles läuft nach Feierabend“, sagt der Sachbearbeiter beim örtlichen Maschinenring. Dennoch überwiege bei ihm die Freude an der Landwirtschaft: „Ich mache es gerne, sonst würde ich es nicht tun.“

Auch die Vermarktung ist ein Thema. Während Haupterwerbsbetriebe selten Probleme mit Schlachtwegen und Abnehmern haben, sehen sich viele Nebenerwerbsbetriebe mit langen Transportstrecken und fehlenden regionalen Strukturen konfrontiert. Eggers hat Glück und kann dank der Zusammenarbeit mit einem befreundeten Metzger eine regionale Direktvermarktung mit kurzen Transportwegen aufbauen. Trotz aller Hürden blickt Eggers positiv in die Zukunft. Gemeinsam mit seiner Verlobten plant er, den Betrieb auszubauen und mit Ferienwohnungen sowie Angeboten wie Alpakawanderungen neue Standbeine zu schaffen. „Unser Ziel ist ein gesunder Nebenerwerb, der auch Gewinn abwirft“, sagt Eggers.

Die Podcastfolge ist ab sofort auf spotify verfügbar.

Weitere Informationen zum Projekt „tierischGUT aus Niedersachsen“ stehen auf unserer Webseite bereit:
>> Link zu den Ergebnissen einer Online-Umfrage (pdf)
>> Forderungspapier zur Tierhaltung (pdf)

(LPD 73/2025)

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