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250 Fachbesucher diskutieren Zukunft des Hähnchenmarktes

Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen, sieht die Geflügelhaltung aktuell als einer der Sektoren mit eindeutig positive Zukunftsperspektive für unternehmerisch denkende Landwirte. Foto: Landvolk

Branche zeigt Investitionsbereitschaft – Austausch entlang der Wertschöpfungskette stößt auf großes Interesse

L P D – Rund 250 Vertreter aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Beratung und Verbänden kamen zur Fachveranstaltung „Marktchancen der Land- und Ernährungswirtschaft: Perspektiven des Hähnchenmarktes“ in der Osnabrück-Halle zusammen. Veranstalter waren das Landvolk Niedersachsen, der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), die Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) sowie die Marketinggesellschaft Niedersachsen (MGN).

Im Fokus standen für die landwirtschaftlichen Betriebe die Entwicklung des Hähnchenmarktes, Wachstumschancen der Geflügelwirtschaft sowie Investitions- und Genehmigungsfragen. Die hohe Beteiligung unterstrich das große Interesse an einer Branche, die innerhalb der Fleischwirtschaft seit Jahren zu den Wachstumstreibern zählt.

Der Marktexperte Dr. Albert Hortmann-Scholten ordnete die Markt- und Wettbewerbsentwicklung ein und zeigte Chancen und Risiken des Hähnchenmarktes auf. Die Planungsberaterin Inga John erläuterte die Anforderungen auf dem Weg zur Genehmigung neuer Hähnchenställe, insbesondere zu Nachbarschaft, Naturschutz und Emissionen. Durch das Programm führten Landvolk-Hauptgeschäftsführer Stefan Ortmann und der NGW-Geschäftsführer Dieter Oltmann.

Auf großes Interesse stießen die Dialogforen mit Vertretern nahezu aller bedeutenden deutschen Geflügelunternehmen. Diskutiert wurden Marktchancen, Vertragsmodelle und Investitionsanforderungen für die Landwirte. Vertreten waren Biofino, Borgmeier Frischgeflügel, Geflügelspezialitäten Steinfeld, Heidemark/Gut Bergmark, die PHW-Gruppe/Wiesenhof, die Plukon Food Group, die Rothkötter-Unternehmensgruppe sowie die Sprehe-Gruppe.

Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen, sieht die Geflügelhaltung aktuell als einen Sektor mit eindeutig positiver Zukunftsperspektive für unternehmerisch denkende Landwirte. „Dafür sind langfristige Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit durch Regulierungsabbau im Bau- und Umweltrecht von der EU bis zur lokalen Ebene notwendig.“ Geflügelhalter brauchen aus seiner Sicht mehr Flexibilität bei Haltungsoptionen und täglicher Praxis, um die entscheidende Effizienz zu erreichen. „Nur so kommen Tierwohl sowie Wirtschaftlichkeit in guten Einklang – und deutsche Tierhalter bestätigen ihren Titel als klimaschutzeffizienteste Produzenten der Welt.“

Ein zentrales Thema war die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für Investitionen vor Ort. Dabei wurden vor allem die Kommunen als wichtige Partner einer gemeinsam getragenen erfolgreichen Standortentwicklung hervorgehoben.

Hubertus Berges, Vorstandsvorsitzender der MGN, betonte: „Nur im konstruktiven Zusammenwirken von Unternehmen, landwirtschaftlichen Familienbetrieben, Genehmigungsbehörden und Kommunen können neue Investitionen mit Akzeptanz vor Ort umgesetzt, Arbeitsplätze gesichert und Versorgungssicherheit gestärkt werden.“

Hans-Peter Goldnick, Präsident des ZDG stellte die Chancen heraus: „Geflügel wächst, weil es die Erwartungen der Verbraucher trifft. Wir sprechen nicht von einem kurzfristigen Trend, sondern von einem stabilen Zukunftsmarkt“. Wenn Landwirtinnen und Landwirte investieren wollten, empfehle er, die Investitionen konsequent am Markt und ihren zukünftigen Vermarktungspartner auszurichten. Gemeinsam bestimme sich der Erfolg. Dazu braucht es auch für den Bundesverband verlässliche Rahmen statt immer neuer Regulierung, damit Investitionen und Produktion wettbewerbsfähig in Deutschland erhalten bleiben.

Friedrich-Otto Ripke, Präsident der NGW, ergänzte die niedersächsische Sicht der Branche: „Geflügelfleisch und Eier sind gesund und werden von Verbrauchern immer stärker nachgefragt. Unsere Tierhalter sind erfahren, und unsere Integrationen sind mit starken, bekannten und geschätzten Marken unterwegs. Zuwachs an Ställen und Erzeugung ist für die sichere Zukunft unserer Branche unbedingt notwendig. Die politischen Rahmenbedingungen müssen schnell Baugenehmigungen bringen und Tierartenwechsel ermöglichen. Wir alle zusammen tragen Verantwortung für die sichere Versorgung unserer Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln!“

Die Veranstalter zogen damit insgesamt ein positives Fazit: Die Marktchancen der Geflügelwirtschaft, aber auch der Bedarf an wirtschaftsorientierten Rahmenbedingungen, praktikablen Genehmigungsverfahren und einer engen Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Unternehmen und Kommunen wurden deutlich. Die Veranstaltung stärkt den Dialog entlang der Wertschöpfungskette und setzt ein wichtiges Signal für die Zukunft der niedersächsischen und deutschen Geflügelwirtschaft.

Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org

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