Trockenheit könnte Weizenernte 2025 gefährden

„Wir brauchen jetzt dringend Regen“, sind sich die Mitglieder des Pflanzenausschusses einig. Denn nur mit ausreichend Niederschlag kann 2025 eine Ernte eingefahren werden, die sowohl den heimischen Bedarf deckt als auch den angespannten Weltmarkt entlastet. Foto: Landvolk Niedersachsen

Regen ist nötig / Preise spiegeln Sorgen noch nicht wider

L P D – Die Sorge wächst: Wenn in den kommenden Wochen kein ergiebiger Regen fällt, droht eine weitere magere Getreideernte – mit weltweiten Folgen. Schon die Erntesaison 2024 war für Deutschlands Landwirtinnen und Landwirte ernüchternd: Die niedrigste Weizenernte Europas seit 2012, begleitet von schwankenden Preisen und politischen Unsicherheiten. Niedersachsens Ackerbauern blicken daher mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. „Landwirtschaft ist spannend – sowohl wetter- und markttechnisch als auch politisch“, bringt Thorsten Riggert, Vorsitzender des Pflanzenausschusses im Landvolk Niedersachsen, die Lage auf den Punkt. Die Erzeugerpreise spiegeln die Sorgen um trockenheitsbedingte Ertragseinschränkungen noch nicht wider, obwohl auch weltweit mit leicht rückläufigen Lagerbeständen zu rechnen ist.

Stephanie Stöver-Cordes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen skizzierte dem Pflanzenausschuss die aktuelle Marktsituation: Brotweizen wird aktuell für rund 200 Euro je Tonne gehandelt – mehr als im Vorjahr (184 Euro), aber noch entfernt von den Preisen 2023. Raps und Futterroggen erzielen in der KW 17 mit 512 Euro bzw. 175 Euro je Tonne sogar bis zu 25 Prozent mehr als im Vorjahr, was auf knappe Restmengen zurückzuführen ist. Demgegenüber erleben Kartoffeln einen Preissturz von 38 Prozent – die rekordhohe Erntemenge der letzten Ernte sowie die relativ verhaltene Nachfrage drücken den Preis auf 25 Euro pro Dezitonne.

Besonders alarmierend ist der Blick auf den Weltmarkt: Laut Stöver-Cordes wird die globale Weizenproduktion im laufenden Jahr auf 798 Mio. Tonnen geschätzt – bei einem prognostizierten Verbrauch von 802 Mio. Tonnen. Im kommenden Wirtschaftsjahr 2025/26 soll die Schere weiter auseinandergehen: 806 Mio. Tonnen Produktion stehen einem Verbrauch von 814 Mio. Tonnen gegenüber. „Sinkende Endbestände sind ein Warnsignal. In normalen Erntejahren geht diese Rechnung aktuell noch auf. Sollte es jedoch in den kommenden Jahren aufgrund von Extremwetterereignissen global zu größeren Ernteausfällen kommen, wird der Weizen knapp“, warnt die Expertin.

Auf den Äckern sind Niedersachsens Landwirte derzeit mit den gut wachsenden Beständen beschäftigt. Doch selbst die besten Anbaustrategien helfen nichts ohne Wasser. „Wir brauchen jetzt dringend Regen“, betonen Riggert und Stöver-Cordes unisono. Denn nur mit ausreichend Niederschlag kann 2025 eine Ernte eingefahren werden, die sowohl den heimischen Bedarf deckt als auch den angespannten Weltmarkt entlastet. (LPD 38/2025)

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