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Sinkender Bierdurst bremst die Braugerste aus

Die Inhaltsstoffe entscheiden darüber, ob die Gerste aus Niedersachsen tatsächlich im wohlverdienten Feierabendbier oder doch im Futtertrog landet. Foto: Landvolk Niedersachsen

Ernte wird auf einen schwachen Markt treffen

L P D – Die Braugerstenfelder in Niedersachsen stehen in diesem Jahr gut da. Trotzdem ist die Stimmung auf den Betrieben verhalten: Unter anderem weil in Deutschland immer weniger Bier getrunken wird und der Export schwächelt, geraten die Preise für Braugerste unter Druck. „Niedersachsen war in diesem Frühjahr eine grüne Insel“, sagt Gerhard Rott, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Niedersächsischen Braugerstenanbaues. Während viele Regionen Deutschlands unter Trockenheit litten, konnten die Braugerstenanbauer in Niedersachsen aufatmen.

Dank der Regenfälle im Mai und Juni mussten sie deutlich weniger beregnen als in trockenen Jahren. Der Landwirt aus Königslutter erwartet daher sehr gute Qualitäten, die vergleichsweise wenig Aufwand im Anbau erfordert haben. „Der Regen hat Wasser, Energie und Arbeit gespart“, freut er sich. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Hitzewelle der vergangenen Tage noch Schäden angerichtet hat. „Letzte Aussagen, besonders zur Qualität, können wir erst treffen, wenn der Mähdrescher fertig ist“, erläutert Rott.

Klar ist aber schon, dass die Ernte auf einen schwachen Markt treffen wird. Das Statistische Bundesamt bestätigt den langfristig rückläufigen Trend beim Bierabsatz: Demnach setzten die Brauereien und Bierlager im Jahr 2024 insgesamt 13,7 Prozent oder 1,3 Milliarden Liter weniger Bier ab als im Jahr 2014. In der Folge sind auch die Preise für Braugerste unter Druck geraten. Und das, obwohl die deutschen Landwirte die Anbaufläche der Sommerbraugerste laut Bundesbraugerstengemeinschaft im Vergleich zum Vorjahr von 326.000 auf 307.000 Hektar reduziert haben. In Niedersachen wurden zur Ernte 2026 rund 24.000 ha (inkl. 4.500 ha Sommergerste in Herbstaussaat) mit Sommerbraugerste bestellt.

„Nun macht sich die Züchtung der vergangenen Jahre bemerkbar, durch welche die Pflanzen deutlich gesünder sind und zu hohe Proteingehalte in der Regel der Vergangenheit angehören“ sagt Andreas Lege, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Niedersächsischen Braugerstenanbaus. Um die von den Mälzern und Brauern geforderten Qualitätsmerkmale zu erreichen, sei es erforderlich, den von den Landwirtschaftskammern empfohlenen Stickstoff-Bedarfswert der Braugerste zu beachten. Eine zu knappe Stickstoffdüngung mache sich in zu niedrigen Proteingehalten bemerkbar. „Die Gerste lässt sich nicht mehr hochhungern“, macht er deutlich. Und die exakten Inhaltsstoffe entscheiden darüber, ob die Gerste aus Niedersachsen tatsächlich im wohlverdienten Feierabendbier oder doch im Futtertrog landet. (50/2026)

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org

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