Landvolk appelliert an Landwirte und Tierhalter
L P D – Das Jakobskreuzkraut (JKK) breitet sich auf vielen Grünlandflächen Niedersachsen weiterhin aus und stellt eine erhebliche Gefahr für Weidetiere dar. Das Landvolk Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren wiederholt auf die Risiken hingewiesen und ruft Landwirte, Pferdehalter sowie alle Bewirtschafter von Grünlandflächen auch dieses Jahr dazu auf, ihre Bestände regelmäßig zu kontrollieren und konsequent Gegenmaßnahmen zu ergreifen. „Aufgrund ihrer hohen Konzentration an Giftstoffen zählt sie zu den gefährlichsten Giftpflanzen im Grünland. Die enthaltenen Toxine können schwere Leberschäden verursachen und im schlimmsten Fall zum Tod von Pferden, Rindern und anderen Weidetieren führen“, erklärt Landvolk-Vizepräsident und Milchviehhalter Frank Kohlenberg gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.
Die auffällige Pflanze mit ihren leuchtend gelben Blüten und den typischen 13 spitzen Blütenblättern findet sich besonders häufig auf extensiv genutzten Flächen, an Feldrändern sowie auf wenig gepflegten Weiden. Besonders tückisch: Solange das Jakobskreuzkraut auf der Fläche wächst, meiden Tiere die Pflanze meist aufgrund ihres Geruchs. Nach dem Mähen oder in Heu und Silage verschwindet dieser Warnreiz jedoch, während die Giftstoffe erhalten bleiben. Dadurch steigt das Risiko einer unbeabsichtigten Aufnahme erheblich: Bei Pferden genügen für eine tödliche Ration 40 bis 80 Gramm Frischmasse pro Kilogramm Körpergewicht, bei Rindern sind es etwa 140 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Jakobskreuzkraut ist grundsätzlich für alle Weidetiere gefährlich.
Das Landvolk empfiehlt daher, vor allem auf Vorbeugung zu setzen. Eine intensive und fachgerechte Grünlandbewirtschaftung mit konsequenter Nachsaat, bedarfsgerechter Düngung und einer regelmäßigen Kontrolle des pH-Wertes stärkt den Pflanzenbestand und erschwert dem Jakobskreuzkraut die Ausbreitung. Wo notwendig, sollten Kalkungsmaßnahmen durchgeführt werden, um optimale Wachstumsbedingungen für wertvolle Futtergräser zu schaffen.
„Wer einzelne Pflanzen entdeckt, sollte diese einschließlich der Wurzel ausstechen und fachgerecht entsorgen. Auf größeren Befallsflächen können zugelassene Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich sein. Wichtig ist dabei, entstehende Narbenlücken unmittelbar durch Nachsaaten zu schließen“, führt Kohlenberg aus und appelliert an alle Flächenbewirtschafter: „Kontrollieren Sie Ihre Grünlandbestände jetzt, bevor die Pflanzen aussamen und sich weiter verbreiten. Nur durch gemeinsames und konsequentes Handeln lassen sich Tiergesundheit, Futterqualität und die nachhaltige Nutzung unserer Grünlandflächen langfristig sichern.“ (LPD 48/2026)
Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org






