Landvolkpräsident Hennies zieht Weihnachtsbilanz

„Unsere Stärke liegt im Miteinander“, sagt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies. Mit diesem Bewusstsein wolle das Landvolk in das neue Jahr gehen – entschlossen, konstruktiv und mit dem klaren Anspruch, die Landwirtschaft auch 2026 politisch wirksam zu vertreten Foto: Landvolk

„Zuversicht entsteht nur, wenn wir sie selbst mitgestalten“

L P D – Für Holger Hennies ist Weihnachten kein sentimentaler Rückblick, sondern ein bewusster Moment des Innehaltens. „Am Ende eines Jahres wird es stiller – aber gerade dann wird sichtbar, was wirklich zählt“, sagt der Präsident des Landesbauernverbandes Landvolk Niedersachsen. Nach einem Jahr, das die landwirtschaftlichen Betriebe stark gefordert hat, richtet Hennies den Blick auf das, was war – und auf das, was kommen muss. 2025 habe den Höfen viel abverlangt, betont Hennies deutlich. Niedrige Erzeugerpreise, bürokratische Lasten, langsame Genehmigungsverfahren, verzögerte Förderprogramme und ein europäischer Kurs, der aus Sicht vieler Betriebe mehr bremse als ermögliche, hätten Spuren hinterlassen. Auf der Landvolk-Mitgliederversammlung hat Hennies die Sorgen klar angesprochen: „Viele Landwirtinnen und Landwirte schauen mit Unsicherheit nach vorn. Das darf man nicht kleinreden.“

Gleichzeitig sei dort etwas anderes spürbar gewesen: Zusammenhalt. „Dieser Berufsstand kann enorm stark sein, wenn es darauf ankommt“, sagt Hennies. Gerade darin liege für ihn die zentrale Botschaft dieser Weihnachtstage. Zuversicht falle nicht vom Himmel, sie entstehe durch gemeinsames Handeln, durch klare Worte und durch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – auch politisch.

Hennies verweist auf erste, vorsichtige Bewegungen auf politischer Ebene. Beim Bürokratieabbau seien Schritte angestoßen worden, Gespräche in Brüssel verliefen konstruktiver als noch vor einiger Zeit. „Es verändert sich etwas“, sagt er. „Aus dem früheren ‚Ihr müsst nach Brüssel kommen‘ wird langsam ein ‚Wir kommen auch zu euch‘.“ Das sei noch kein Durchbruch, aber ein Signal, dass die Anliegen der Landwirtschaft auch in Brüssel ernster genommen würden.

Auch in Berlin sieht der Landvolkpräsident ein Umdenken. Debatten um den Agrardiesel, die Abschaffung der Stoffstrombilanz sowie der Dialog zu Düngerecht und Tierhaltung zeigten, dass politische Entscheidungsträger zunehmend verstanden hätten, dass Landwirtschaft nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sei. „Ob Klimaschutz, Ernährungssicherheit oder Energieversorgung – ohne die Landwirtschaft geht es schlicht nicht“, stellt Hennies klar.

Bei aller Kritik mahnt er zu Sachlichkeit. Extreme Positionen führten nicht weiter, habe auch die Mitgliederversammlung gezeigt. „Was trägt, ist Pragmatismus“, sagt Hennies. „Wir brauchen tragfähige Lösungen – für die Tierhaltung, den Bodenmarkt, den Umgang mit dem Wolf oder dem Düngerecht.“ Dafür brauche es 2026 entschlosseneres Handeln der Politik für die Menschen im ländlichen Raum.

Besonders am Herzen liegt Hennies die Zukunftsperspektive der Höfe. Der Präsident fordert verlässliche Rahmenbedingungen, spürbaren Regulierungsabbau und echte Investitionssicherheit. „Nur dann werden junge Menschen wieder bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und in ihre Betriebe zu investieren.“ Das Landvolk sehe seine Rolle darin, genau dafür zu sorgen.

Zum Jahresende wählt Hennies bewusst einen weihnachtlichen Ton. Weihnachten sei der Moment, Kraft zu sammeln und den Blick neu auszurichten. „Unsere Stärke liegt im Miteinander“, sagt er. Mit diesem Bewusstsein wolle das Landvolk in das neue Jahr gehen – entschlossen, konstruktiv und mit dem klaren Anspruch, die Landwirtschaft auch 2026 politisch wirksam zu vertreten. (LPD 97/2025)

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