Landvolk-Podcast: Mit Mediation in die nächste Generation

Ein Mediator begleitet den Prozess als neutrale Dritte Partei, trifft jedoch keine Entscheidungen. Ziel ist es, tragfähige Vereinbarungen für die Zukunft zu finden. Foto: Landvolk

Kommunikation entscheidet über die Zukunft des Betriebs

L P D – Die Hofübergabe gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben landwirtschaftlicher Familien. Neben wirtschaftlichen Fragen spielen dabei oft Emotionen, Erwartungen und familiäre Beziehungen eine zentrale Rolle. Wie Konflikte bei der Hofnachfolge vermieden werden können und welche Rolle Mediation dabei spielt, darüber spricht Moderatorin Wibke Langehenke in der aktuellen und letzten Folge der GAP-Podcaststaffel mit Elfriede Werdermann, Juristin und Mediatorin. Unterstützt wird die Diskussion erneut von Eike Christian Grupe, Referent für Struktur- und Förderpolitik beim Landvolk Niedersachsen.

Werdermann war 35 Jahre lang Geschäftsführerin des Landvolks in der Grafschaft Bentheim und hat in dieser Zeit zahlreiche Hofübergaben begleitet. Aus ihrer Erfahrung heraus sind die Ursachen für Konflikte meist ähnlich: „Fehlende Kommunikation und fehlende Wertschätzung sind die häufigsten Gründe, warum Hofübergaben scheitern oder unnötig schwierig werden“, erklärt sie. Besonders wichtig sei es, alle Beteiligten frühzeitig einzubeziehen. Neben den Eltern und dem Hofnachfolger gehören dazu auch Geschwister sowie einheiratende Partnerinnen und Partner.

Mediation könne dabei helfen, festgefahrene Situationen zu lösen. Anders als vor Gericht erarbeiten die Beteiligten gemeinsam Lösungen für ihren Konflikt. Ein Mediator begleitet den Prozess als neutrale Dritte Partei, trifft jedoch keine Entscheidungen. Ziel sei es, tragfähige Vereinbarungen für die Zukunft zu finden.

Ein weiterer zentraler Punkt sei die rechtzeitige Planung. „Eine Hofübergabe sollte nicht zwischen Tür und Angel stattfinden. Man sollte sich die Zeit nehmen, die es braucht, notfalls ein oder zwei Jahre“, betont Werdermann. Ebenso wichtig sei die Bereitschaft der älteren Generation, Verantwortung schrittweise abzugeben und jungen Betriebsleitern Raum für eigene Entscheidungen zu lassen.

Die Diskussion zeigt zudem, dass sich die Landwirtschaft verändert. Hofnachfolgerinnen werden selbstverständlicher, traditionelle Rollenbilder verlieren an Bedeutung und nicht jeder Betrieb wird künftig innerhalb der Familie weitergeführt. Gleichzeitig bleibe die Herausforderung bestehen, wirtschaftliche Anforderungen und familiäre Interessen miteinander zu verbinden.

Zum Schluss sind sich alle einig: Wer frühzeitig miteinander spricht, Erwartungen offen formuliert und bei Bedarf externe Unterstützung nutzt, schafft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hofübergabe.

Mit dieser Folge endet die aktuelle GAP-Podcaststaffel des Landvolks Niedersachsen. Wie im letzten Jahr folgen die Landvolk-Sommergespräche, die erneut Raum für den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern bieten. Geplant sind Gespräche mit Marco Mohrmann, Karin Logemann und Miriam Staudte zu aktuellen agrarpolitischen Themen und den Herausforderungen der niedersächsischen Landwirtschaft. (LPD 47/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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