GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

Diskussion um Budget, Direktzahlungen und regionale Umsetzung

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Staffel des Landvolk-Podcasts. Moderatorin Wibke Langehenke spricht dazu mit Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies sowie Eike Christian Grupe, Referent für Struktur- und Förderpolitik beim Landvolk Niedersachsen.

Im Mittelpunkt stehen die geplante Budgetstruktur, die Zukunft der Direktzahlungen, Bürokratieabbau, Umweltmaßnahmen sowie die Förderung von Junglandwirten. „Lebenswerte ländliche Räume sind auch für die Demokratie wichtig“, macht Hennies deutlich. Die ursprünglich vorgesehenen Kürzungen des GAP-Budgets seien aus Sicht des Landvolks nicht akzeptabel. Landwirtschaftliche Betriebe in Europa wirtschafteten bereits unter deutlich höheren Standards als viele internationale Wettbewerber. Gleichzeitig brauche es Investitionen in Infrastruktur und regionale Entwicklung, um ländliche Räume attraktiv und wirtschaftlich leistungsfähig zu halten.

Kritisch bewertet das Landvolk außerdem die geplante neue Struktur des nationalen und regionalen Partnerschaftsplans (NRPP). „Wir brauchen ein eigenständiges GAP-Budget mit klaren Zuständigkeiten“, fordert Grupe. Andernfalls drohe zusätzlicher Bürokratieaufbau – sowohl für Betriebe als auch für Verwaltungen.

Auch bei der sogenannten grünen Architektur der GAP sieht das Landvolk bislang kaum echte Vereinfachungen. „Das sieht zurzeit erstmal sehr nach neuem Wein in alten Schläuchen aus“, beschreibt Hennies die Vorschläge zu „Farm Stewardship“ und neuen Schutzstandards. Die neuen Agrarumwelt- und Klimaaktionen müssen grundsätzlich einkommenswirksam und möglichst einfach umsetzbar sein, damit Landwirtinnen und Landwirte in der breiten Flächen daran teilnehmen können. „Komplexere Maßnahmen gehören aus unserer Sicht auf die Länderebene oder besser sogar auf die regionale Ebene“, betont Hennies. Maßnahmen, mit denen nachher Biotope vernetzt werden sollen, müssten dort umgesetzt werden, wo sie fachlich sinnvoll seien und gemeinsam mit den Betrieben vor Ort entwickelt werden.

Auch die vorgeschlagene Kappung und Degression der Direktzahlungen lehnt das Landvolk ab. Zudem spricht sich der Verband für eine gezielte Förderung junger Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter aus. Hintergründe seien fehlende Hofnachfolger und ein Investitionsstau in vielen Betrieben. Eine stärker investiv ausgerichtete Förderung kann diesbezüglich positiv sein.

In der kommenden Podcastfolge geht es speziell um die Förderung von Junglandwirten mit dem Vorsitzenden der Junglandwirte Niedersachsen, Max Klockemann. (LPD 39/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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