Deutscher Landjugendtag: 38 Grad und volle Zelte

Podiumsdiskussion auf den Deutschen Landjugendtag in Hameln
Podiumsdiskussion auf den Deutschen Landjugendtag in Hameln Foto: Landvolk

1000 Jugendliche aus ganz Deutschland feierten und diskutierten in Hameln

L P D – Es war der heißeste Deutsche Landjugendtag aller Zeiten. Rund 1.000 Jugendliche waren vergangenes Wochenende aus ganz Deutschland nach Hameln gereist – davon ungefähr die Hälfte mit einem Sonderzug, der in Baden-Württemberg startete, um bei 38 Grad Celsius zu feiern und in verschiedenen Workshops oder Exkursionen die Gegend zu erkunden. Von einer Paddeltour auf der Weser über den Besuch eines Milchviehbetriebs bis hin zum Volkstanzkurs auf Plattdeutsch reichten die Angebote.

Ein Höhepunkt des Wochenendes war die Jugendveranstaltung der Niedersächsischen Landjugend am Samstagmorgen bei dem Prof. Eberhard Haunhorst vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Mareike Wulf, Parlamentarische Staatssekretärin für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend, und Landvolkpräsident Holger Hennies auf dem Podium der Vorsitzenden des Bundes der deutschen Landjugend, Marthe Vellguth, und ihrem Stellvertreter Christian Leu, Rede und Antwort standen.

„Man sieht hier, wie wichtig die Landjugend für das Leben im ländlichen Raum ist“, betonte Hennies. Die Aktivitäten in den Dörfern hielten die Gesellschaft zusammen. „Damit das so bleibt, brauchen wir viele junge Leute, die in den ländlichen Räumen eine Perspektive finden – in der Ausbildung, aber dann auch in der Wirtschaft“, sagte er. Das sei für die Zukunft der Landwirtschaft, des ländlichen Raums und der Landjugend entscheidend. „Ein starkes Dorfleben ergibt sich aus starken wirtschaftlichen Gegebenheiten und Persönlichkeiten, die sich in Vereinen und anderen Organisationen engagieren“, erläuterte Hennies, der ebenfalls in seiner Heimat stark verwurzelt ist.

Während für Wulf Heimat besonders durch den guten Zusammenhalt deutlich wird, bedeutet Heimat für Haunhorst eine gute IT- und Infrastruktur. „Wir müssen etwas dafür tun, dass der ländliche Raum lebenswert bleibt“, sagte er und zeigte sich von der Organisation der Veranstaltung beeindruckt. „Ich finde das wirklich ganz toll, wie Sie ehrenamtlich im ländlichen Raum zusammenwirken und auch zusammen feiern können“, meinte er auch mit Blick auf die hohen Temperaturen, die eine besondere Herausforderung darstellten.

„Landjugend kann aufbauen, sie können feiern, sie können aufräumen und sie können anpacken“, bestätigte Schirmherrin Barbara Otte-Kinast, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, in ihrem Grußwort. Die Landjugend sei einfach eine ganz großartige Gruppe. Sie bewies das starke Miteinander über Generationen hinweg, als sie mit viel Freude bei der Essensausgabe und beim Ausschank mitarbeitete – gemeinsam mit zahlreichen weiteren Ehrenamtlichen wie Hannovers Landfrauenpräsidentin Elisabeth Brunkhorst und Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. „Ich freue mich, dass ihr immer so zusammenhaltet und dass einer für den anderen einsteht“, sagte Otte-Kinast an die Landjugendlichen gerichtet. Das sei gerade in Zeiten, in der sich viele Sorgen um unsere Demokratie machen, besonders wichtig.

Um den Erhalt der Demokratie drehte sich auch das Theaterstück der Rheinischen Landjugend, in der die Jugendlichen aus Versehen eine Zeitreise in die Jahre 2126, 1926, 1945, 1997 unternahmen. Ihr Fazit: „Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können daraus lernen.“ Mit Blick auf erstarkende rechte Parteien bekräftigten sie: „Nie wieder beginnt jetzt!“ (LPD 48/2026)

Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org

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