153 Menschen: Rekordwert bei Ernährungssicherung

Im langfristigen Vergleich zeigt sich eine außergewöhnliche Entwicklung. Gegenüber den vergangenen Jahrzehnten ist die Versorgungsleistung enorm gestiegen. Foto: Landpixel

Landvolkpräsident Holger Hennies fordert Entlastung der Landwirte

L P D Die heimische Landwirtschaft in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand bei ihrer Versorgungsleistung: Rein rechnerisch kann eine Landwirtin oder ein Landwirt inzwischen 153 Menschen ernähren. Das ist eine Person mehr als im Jahr 2022 und zugleich der höchste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung dieser Kennzahl, zitiert der Landvolk-Pressedienst Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL). Damit wird deutlich, wie leistungsfähig und effizient die Landwirtschaft in Deutschland arbeitet und gleichzeitig wie viele Landwirte dem Strukturwandel bereits zum Opfer gefallen sind.

Im langfristigen Vergleich zeigt sich eine außergewöhnliche Entwicklung. Gegenüber den vergangenen Jahrzehnten ist die Versorgungsleistung enorm gestiegen. Seit 1990 hat sie sich mehr als verdoppelt, im Vergleich zu 1960 sogar verneunfacht. Der aktuelle Rekordwert fällt in eine Zeit, in der Fragen der Ernährungssicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnen. „Krieg in Europa, globale Krisen, die Corona-Pandemie, Handelskonflikte und der Klimawandel haben in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, wie anfällig internationale Lieferketten sein können“, erläutert Hennies. Vor diesem Hintergrund unterstreichen die aktuellen Zahlen den hohen Stellenwert einer leistungsfähigen Landwirtschaft.

„Wir erwarten von Frau von der Leyen eine Abkehr von der bisherigen Politik, die Landwirtschaft immer mehr zu regulieren“, fordert Hennies. Dies schlage sich bisher besonders in der Farm to Fork-Strategie der EU-Kommission nieder. „Da muss es eine Umkehr geben“, betont Hennies. Den Landwirten sei lange versprochen worden, dass sie als Gegenleistung für die Einhaltung hoher Auflagen vor ausländischen Importen geschützt würden – und jetzt passiere genau das Gegenteil: In Europa werden dieses Jahr die Anforderungen noch einmal hochgefahren – unter anderem bei der Pflanzenschutzdokumentation. „Gleichzeitig werden nun mit Mercosur die Tore für ausländische Ware aufgemacht, diese Kombination passt nicht“, erläutert Hennies. Er fordert von der gesamten Kommission – nicht nur vom Agrarkommissar, sondern von der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen – eine eindeutige Erklärung, dass die Landwirtschaft jetzt fundamental von der Überregulierung entlastet und nicht nur mit kleinen Placebo-Maßnahmen ruhiggestellt werden soll.

Die stetig gestiegene Versorgungsleistung sei bereits das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit, Anpassung und Weiterentwicklung der Betriebe. „Die Zahl von 153 versorgten Menschen pro Landwirtin oder Landwirt steht damit nicht nur für Effizienz und Produktivität, sondern auch für Verantwortung. Sie macht sichtbar, welchen wichtigen Beitrag die Landwirtschaft täglich für die Versorgung der Bevölkerung leistet – heute mehr denn je“, sagt Hennies abschließend. (LPD 04/2026)

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