Die süße Rübe bleibt für den Norden unverzichtbar

Die Zuckerrübe gilt als die Königin der Feldfrüchte – obwohl sie nur knapp fünf Prozent der Ackerfläche in Niedersachsen einnimmt. Foto: Landvolk

Zuckerrüben sichern Betriebe und prägen Traditionen von Teezeit bis Erntedank

L P D – Wenn Dr. Heinrich-Hubertus Helmke über die Zuckerrübe spricht, klingt Begeisterung mit. Er hat als Geschäftsführer des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) in dessen 35-jähriger Verbandsgeschichte den Strukturwandel in der Landwirtschaft miterlebt. „Der gesamte Prozess hat sich verändert – vom Rübenanbau bis zur Vermarktung“, erklärt er in der ersten Folge des neuen Landvolk-Podcasts „Landvolk meets Rübe“. Wo früher 35 Zuckerfabriken im Verbandsgebiet ihren süßen Duft verbreiteten, sind heute nur noch sechs verblieben. Und auch die Zahl der anbaufreudigen Betriebe ist geschrumpft: Aus rund 20.000 Zuckerrübenbauern wurden 5.000 – die dennoch mehr Tonnen Rüben liefern als zuvor.

Die Zuckerrübe gilt als die Königin der Feldfrüchte – obwohl sie nur knapp fünf Prozent der Ackerfläche in Niedersachsen einnimmt. Seit über 150 Jahren sichern der Anbau und die Belieferung der Zuckerfabriken vielen Betrieben ein sicheres Einkommen. Von rund 100.000 Hektar Ackerfläche roden die Landwirtinnen und Landwirte in Niedersachsen fast acht Millionen Tonnen Zuckerrüben während einer Kampagne (Verarbeitungszeit für Zuckerrüben). Die Fabriken verarbeiten die Ernte zu rund 1,2 Millionen Tonnen Zucker. Während der Verarbeitung entstehen außerdem Ethanol, Rübenschnitzel und Melasse. Doch die süße Kulturpflanze ist weit mehr als Tradition: Sie erfüllt eine zentrale Funktion in der Fruchtfolge. „Gerade in Getreideregionen ist die Rübe eine willkommene Abwechslung. Sie hilft bei der Bekämpfung von bestimmten Ungräsern und lockert den Boden“, zählt Helmke nur einige Vorteile auf.

Damit das auch künftig so bleibt, setzt sich der DNZ für verlässliche politische Rahmenbedingungen und faire Verhandlungen mit der Zuckerindustrie ein. „Wir sind der Verband der Verbände und vertreten insgesamt 5.000 Rübenbauern“, betont Helmke.

Der Verein tritt als gemeinsame Interessensorganisation von regionalen Zuckerrübenanbauverbänden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Teil von Sachsen-Anhalt für seine Mitglieder ein.

Aktuell sind die Witterungsbedingungen günstig: Die Rodung verläuft problemlos, der Erdbesatz ist gering und auch die Verarbeitung war bisher weitgehend störungsfrei. „Ich bin optimistisch, dass bis etwa Mitte Januar die gesamte Rübenmenge in den Zuckerfabriken verarbeitet werden kann.“ Bis dahin lagern die Rüben gut geschützt in Feldrandmieten unter Vlies und warten auf den Transport.

Sein Wunsch für die kommenden Wochen: stabile Witterung und unfallfreie Abläufe. Das langfristige Ziel des DNZ bleibt klar – der Rübenanbau soll auch künftig eine starke Einkommensquelle für die Landwirte im Norden bleiben.

Moderatorin Wibke Langehenke bringt es am Ende der ersten von insgesamt drei „Landvolk meets Rübe“-Folgen auf den Punkt: „Wir brauchen die Zuckerrübe! Nicht nur für unsere Fruchtfolge – sondern auch, damit in Ostfriesland die Teezeit stattfinden kann und zum Erntedank Kuchen gebacken wird.“ (LPD 86/2025)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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