Erbsen als regionale Kultur mit Potenzial

Eine Aussaat per Drohne ist bodenschonend und insgesamt günstiger als die Aussaat mit Trecker und Drillmaschine. Foto: Landvolk

Untersaaten und Zwischenfrüchte werden per Drohne ausgebracht

L P D – Erbsen, Bohnen und Lupinen sind mehr als nur eiweißreiche Kulturpflanzen – die Körnerleguminosen leisten wertvolle Arbeit, denn mithilfe von Knöllchenbakterien binden sie Stickstoff aus der Luft und reichern die Böden damit an. Besonders in Wasserschutzgebieten ist es wichtig, diesen Dünger für die nachfolgende Frucht zu bewahren und nicht durch Auswaschung ins Grundwasser zu verlieren. Nebenerwerbslandwirt Werner Detmering aus Burgwedel und sein Sohn Marten haben daher auf ihrem Erbsen-Acker im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld an einer Versuchsreihe mit verschiedenen Sorten und Untersaaten teilgenommen.

In Zusammenarbeit mit dem Leguminosen-Netzwerk – kurz LeguNet – und der Niedersächsischen Eiweißstrategie sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurden bei einem praxisorientierten Erbsen-Feldtag Herausforderungen und Chancen im Leguminosenanbau diskutiert. „Ertraglich sieht es prima aus“, sagt Detmering, der seit 20 Jahren pfluglos wirtschaftet und die Erbsen erstmals in seine Fruchtfolge mit Mais und Roggen auf dem sandigen Boden aufgenommen hat. Das trockene Frühjahr habe sich dabei sogar als Vorteil erwiesen: „Die Erbsen konnten schon am 7. März ausgesät werden – das ist ein großer Pluspunkt“, lautet Detmerings Erfahrung.

Allerdings wurden die Untersaaten, die den Boden bedecken und damit die Hauptfrucht vor Verunkrautung sowie Wassermangel schützen und im Anschluss an die Ernte den Stickstoff aus dem Stroh aufnehmen sollten, durch die Trockenheit ausgebremst. „Zweimal haben wir die Erbsen beregnet, leider hat das nicht gereicht, um das Weidelgras und den Spitzwegerich zum Keimen zu bringen“, erläutert Detmering. Dementsprechend viele blaue Kornblumen verwandelten den Erbsenacker in „ein buntes Feld“ – sehr zur Freude der Spaziergänger am Ortsrand

Dazu beigetragen haben könnte das innovative Aussaatverfahren per Drohne. „Weil der Boden nicht aufgerissen wird, sondern die Samen nur auf den Boden geworfen werden, nachdem sich die Hauptfrucht etabliert hat, ist das Risiko etwas höher, das sie nicht keimen“, erläutert Joost Glende, der die Drohne steuert. Dennoch sei das Verfahren bodenschonend und insgesamt günstiger als die Aussaat mit Trecker und Drillmaschine.

Neben dem Anlegen von Untersaaten eigne sich die Drohne besonders auch für die Aussaat von Zwischenfrüchten ein paar Tage vor der Ernte von zum Beispiel Getreide. „Durch das gehäckselte Stroh entsteht eine Mulchdecke, die die Feuchtigkeit im Boden hält und die Keimung fördert“, sagt Glende. In der stressigen Erntezeit müsste sich der Landwirt dann nicht mehr um die Aussaat der Zwischenfrucht kümmern, die sich durch den frühen Aussaatzeitpunkt optimal entwickelt und den Boden schnell wieder bedeckt: „Das Ziel ist der immergrüne Acker“. 

Weitere Informationen zum LeguNet und zur Eiweißstrategie Niedersachsen stehen unter Legunet und Shape the future of food – Eiweißstrategie Niedersachsen bereit. (LPD 50/2025)

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