Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

Milchkühe
Insgesamt bewertet das Landvolk die Grundfuttersituation als stabil Foto: Landvolk

Tag der Milch, 1. Juni: Niedersachsens Bauern fahren guten ersten Schnitt ein

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im Nordwesten und Norden lagen die Mengen teilweise unter den Erwartungen. Ursachen waren kühle Temperaturen, Trockenheit sowie örtlich Schäden durch Mäuse und Gänse. „Die Qualitäten des ersten Schnitts sind vielerorts sehr gut bis gut. Allerdings haben die kühlen und trockenen Wochen den Aufwuchs gebremst“, erklärt Dr. Karsten Padeken, Grünlandexperte und Ausschussvorsitzender im Landvolk Niedersachsen gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Auch im Westen, Süden und in der Mitte Niedersachsens berichten Landwirte von guten bis sehr guten Futterqualitäten bei meist durchschnittlichen Erträgen. Auf sandigen Standorten fielen die Mengen teils schwächer aus. Im Osten des Landes zeigte sich die Lage wetterbedingt sehr uneinheitlich.

Insgesamt bewertet das Landvolk die Grundfuttersituation dennoch als stabil. Der Regen der vergangenen Tage habe die zuvor angespannte Trockenlage deutlich entspannt und verbessere die Aussichten auf einen ertragsstarken zweiten Schnitt erheblich. „Die Niederschläge kamen vielerorts genau zum richtigen Zeitpunkt. Für den zweiten Aufwuchs erwarten viele Betriebe nun wieder deutlich bessere Erträge“, sagt Padeken.

Für hochwertige Grassilagen bleibt der richtige Schnittzeitpunkt entscheidend. Mit jedem Tag steigt der Rohfasergehalt an, während der Energiegehalt sinkt. Angestrebt werden Rohfasergehalte von 22 bis 23 Prozent. Gleichzeitig gilt: Ein stabiles Wetterfenster ist oft wichtiger als der letzte Ertragstag.

Mit Blick auf den Internationalen Tag der Milch am 1. Juni verweist das Landvolk Niedersachsen zudem auf die Bedeutung von Milch und Milchprodukten für die Ernährung. In Deutschland leisten rund 48.000 Milchviehhalter ihren zentralen Beitrag zur Versorgung: Mit rund 3,6 Millionen Kühen erzeugen sie jedes Jahr über 30 Millionen Tonnen Rohmilch, die in Molkereien zu hochwertigen Produkten weiterverarbeitet wird. „Milch liefert als Grundnahrungsmittel hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Gerade für Kinder und ältere Menschen bleibt sie ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung“, betont Landvolk-Vizepräsident und Milchviehhalter Frank Kohlenberg abschließend. (LPD 39/2026)

Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org

Weitere Beiträge

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…

Karsten Padeken

Moor-Milliarden für Deutschland

L P D – Was im Moor versinkt, wird durch Luftabschluss konserviert. In jedem Naturkundemuseum kann dies bewundert werden. Über die Jahrtausende hat sich so ein großer Kohlenstoffspeicher gebildet. Durch…

Hof Behn

Landwirtschaft erleben im Braunschweiger Land

L P D – Im Braunschweiger Land wird am 7. Juni einiges geboten. Gleich fünf Betriebe beteiligen sich am landesweiten Tag des offenen Hofes. Jeder Bauernhof setzt eigene Schwerpunkte und…

Kiebitz

Kiebitzinseln schaffen sichere Brutplätze

L P D – Moderne Landwirtschaft und Artenschutz gehen Hand in Hand: Mit sogenannten Kiebitzinseln schaffen einige Landwirte in der Region Hannover gezielt Rückzugsorte für den stark gefährdeten Vogel. Einer…

Arne Oppermann

Holzrücken mit Pferden macht nicht reich – aber glücklich

L P D – Wenn Arne Oppermann mit seinen beiden süddeutschen Kaltblütern in den Wald fährt, dann ist das mehr als reine Forstarbeit. Es ist ein Zusammenspiel aus Erfahrung, Vertrauen…