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Nährstoffbericht: Landvolk fordert Kurswechsel

Holger hennies
„Die Versorgung unserer Böden mit Nährstoffen nimmt in Teilen Niedersachsens langsam kritische Formen an“, sagt Holger Hennies Foto: Landvolk

Weniger Stickstoff auf Niedersachsens Feldern – Bodenfruchtbarkeit muss erhalten werden

L P D – Der Nährstoffbericht 2024/2025 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen belegt, dass die niedersächsische Landwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren erhebliche Fortschritte beim Nährstoffmanagement erreicht hat. Die Zahlen sprechen für das inzwischen aufgebaute transparente, risikoorientierte kontrollierte Nährstoffkreislaufsystem und gegen weitere pauschale Verschärfungen. „Die Versorgung unserer Böden mit Nährstoffen nimmt in Teilen Niedersachsens langsam kritische Formen an“, sagt Landvolkpräsident Holger Hennies. Deshalb brauche Niedersachsen einen ausgewogenen Rechtsrahmen, der Gewässerschutz, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und den langfristigen Erhalt fruchtbarer Böden gleichermaßen berücksichtige.

Belegt wird das durch Berechnungen und Plausibilitätsprüfungen der Daten aus dem ENNI-System der Düngebehörde. In ganz Niedersachsen liegt der Stickstoffdüngesaldo landesweit bei rund -38.000 Tonnen Stickstoff (N) unter dem zulässigen Niveau. Durch die bis Januar 2026 noch gültige pauschale Zwangsabsenkung der Düngung in den sogenannten Roten Gebieten von 20 Prozent unter dem Bedarf fehlen zusätzlich mehr als 26.000 Tonnen Stickstoff.

Das bedeutet, dass die Landwirte ihre Kulturen in den besonders stark eingeschränkten sogenannten Roten Gebieten nur schlecht versorgen durften. „Der Bedarf der Pflanzen im Roten Gebiet ist ja genauso hoch, wie auf anderen Feldern“, erläutert Hennies, der sich wie seine Berufskollegen auf die wissenschaftlich basierten Düngeempfehlungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen verlässt. Diese Mangelernährung gefährde dagegen auf Dauer nicht nur die Ertrags- und Qualitätsbildung der Pflanzen, sondern durch den Humusabbau auch die Bodenfruchtbarkeit in weiten Teilen Niedersachsens. Immerhin handele es sich dabei um rund ein Drittel der Agrarflächen in Niedersachsen.

„Gleichzeitig sind die Wasserwerte trotz der massiven Einschränkungen für die Bauern nur langsam gesunken. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, ob die pauschalen Maßnahmen tatsächlich den gewünschten Effekt haben“, sagt Hennies. Sein Fazit: „Das Ganze ist eine Milchmädchenrechnung. Die Maßnahmen zahlen nicht auf das Ziel ein.“

Kritisch sieht das Landvolk weiterhin die Darstellung zur Gewässersituation in Niedersachsen. Zum einem mache die regionale Aufteilung der Messtellen nach Regierungsbezirken hydrologisch keinen Sinn und zum anderen weigere sich die Landesregierung trotz der juristischen Niederlage beim Streit um die „fingierten Messstellen“ hartnäckig, fragwürdige Messstellen insbesondere in Ostniedersachsen aus der Bewertung zu nehmen.

Auch die Art der Darstellung der Ursachen von Nährstoffeinträgen in Oberflächengewässer ist befremdlich. „Die unterschwellige Schuldzuweisung an die Landwirtschaft ist für uns unhaltbar. Andere mögliche Quellen geraten dabei aus dem Blick, während der Eindruck entsteht, die Probleme seien allein auf die Landwirte zurückzuführen. Diese Darstellung greift zu kurz“, kritisiert Hennies. Das Landvolk fordert daher eine „ehrliche Analyse“.

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org

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