Stadt. Land.Krise? Agrarsoziale Gesellschaft diskutiert

Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung stehen die Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Regionen, die oftmals das Bild voneinander prägen. Städte gelten als kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentren, während ländliche Räume oft mit Klischees wie „rückständig“ oder lediglich als idyllische Rückzugsorte konfrontiert werden Foto: Landvolk

ASG-Herbsttagung 29./30.10.2025: Polarisierung verstehen, Zusammenhalt gestalten

L P DDie Agrarsoziale Gesellschaft (ASG) lädt am 29. und 30. Oktober 2025 zur Herbsttagung in Göttingen ein. Unter dem Motto „Stadt. Land. Krise? Polarisierung verstehen, Zusammenhalt gestalten“ wollen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft und Gesellschaft diskutieren, wie die wachsenden Spannungen zwischen städtischen und ländlichen Räumen überwunden werden können, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung stehen die Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Regionen, die oftmals das Bild voneinander prägen. Städte gelten als kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentren, während ländliche Räume oft mit Klischees wie „rückständig“ oder lediglich als idyllische Rückzugsorte konfrontiert werden. Hinzu kommen wirtschaftliche und soziale Herausforderungen, die in manchen Regionen populistische Strömungen begünstigen. Die Tagung möchte diese Konflikte offen benennen und gleichzeitig Brücken für mehr Dialog und Zusammenhalt bauen.

Die Tagung bietet Vorträge, Diskussionsrunden und Praxisforen, in denen Ansätze für vertrauensvolle Stadt-Land-Beziehungen entwickelt werden sollen. Unter anderem beleuchten folgende Programmpunkte die gesellschaftliche Realität: Jutta Kuhles, Präsidentin des Rheinischen LandFrauenverbands, spricht über „gefühlte Lebenswirklichkeiten auf dem Land“. Prof. Dr. Hajo Holst, Universität Osnabrück, analysiert die Landwirtschaftsproteste 2023/24 und deren Folgen für den Agrarsektor. Im StadtLand-Talk diskutieren Praktikerinnen und Praktiker aus Landwirtschaft, Forschung und Bürgerinitiativen im Fish-Bowl-Format über Konflikte zwischen Stadt und Land und mögliche Lösungen.

In parallelen Praxisforen stehen Themen wie Vertrauenskrise, Zusammenhalt, Bürgerbeteiligung im Energiebereich sowie Mitbestimmung im Mittelpunkt. Den Abschluss des ersten Tages bildet der Abendempfang mit Verleihung der Tassilo-Tröscher-Preise. Mit ihnen werden innovative Initiativen im ländlichen Raum ausgezeichnet.

Der zweite Tag (30. Oktober) widmet sich besonders den politischen und strukturellen Rahmenbedingungen der Stadt-Land-Beziehungen: Dr. Marco Trips, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, zeigt die „Stadt-Land-Beziehungen als Handlungsfeld der Kommunen“ auf, Prof. Dr. Oliver Junk von der Hochschule Harz fragt, ob „Rechte Raumnahmen in unseren Dörfern“ Scheindebatte oder Realität sind? Dr. Jürgen Römer, Vorsitzender der Hessischen Akademie der Planung und Forschung im ländlichen Raum, beleuchtet das Thema „Landkreise und soziale Orte auf dem Land – wie Synergien entstehen zwischen städtischen und ländlichen Räumen“. Podiums- und Plenumsdiskussionen sowie die Poster-Session des fachlichen Nachwuchses runden das Programm ab.

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus ländlichen Regionen, Kommunen, Wissenschaft und Praxis. Ziel ist es, die Herausforderungen der Stadt-Land-Beziehungen offen zu benennen, Dialog zu fördern und gemeinsame Lösungen für eine zukunftsfähige, demokratische Gesellschaft zu entwickeln. Weitere Infos sowie Anmeldung unter Agrarsoziale Gesellschaft e.V. – Frühjahrs- und Herbsttagungen der ASG (LPD 79/2025).

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