Tag des Wolfes: Geduld der Weidetierhalter am Limit

Schafe
Zum Tag des Wolfes richtet das AAW deshalb einen klaren Appell an die Politik: Immer noch ist der Wolf schneller als die politischen Prozesse, die ein erträgliches Miteinander ermöglichen würden. Viele Dinge sind auf einem guten Weg – müssen nun aber schnell in die Praxis umgesetzt werden Foto: Landvolk

Bund gibt den Rahmen vor, Niedersachsen muss jetzt liefern

L P D – Seit Jahren weisen Weidetierhalter, Landwirte und Jäger auf die wachsenden Probleme durch die steigende Wolfszahl hin. Risse bei Schafen, Ziegen oder Kälbern bedeuten für die Tierhalter nicht nur wirtschaftliche Verluste, sondern auch eine enorme emotionale Belastung. Mit dem Inkrafttreten der Änderungen des Bundesjagdgesetzes und des Bundesnaturschutzgesetzes zum 2. April 2026 wurde der Wolf als jagdbare Tierart aufgenommen. „Der Bund hat geliefert, jetzt ist Niedersachsen am Zug“, betont der Sprecher des Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement (AAW) und Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Entscheidend sei nun, dass das Land die gesetzlichen Möglichkeiten konsequent und vollumfänglich umsetzt.

Das AAW fordert einen revierübergreifenden, landesweiten Wolfsmanagementplan noch vor der Sommerpause. Durch die von der Landesregierung geplante Änderung des Niedersächsischen Jagdrechtes wechselt die Zuständigkeit vom Ministerium für Umweltschutz (MU) nun zum Landwirtschaftsministerium (ML). „Wir erwarten, dass die von Umweltminister Christian Meyer angekündigten Schritte auch vom ML eingehalten werden und Niedersachsen nicht hinter den Möglichkeiten des Bundes zurückbleibt“, sagt Ehlers.

Neben den notwendigen Entnahmen im Rahmen des Managementplanes bleibt der Herdenschutz ein zentraler Baustein beim Umgang mit dem Wolf. Niedersachsens Weidetierhalter haben in den vergangenen Jahren hier viel Zeit und Geld investiert. Unterstützt durch Beratung und Fördermittel konnte so mancher Nutztierriss verhindert werden. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Zäune und Schutzmaßnahmen an ihre Grenzen stoßen und keinen vollständigen Schutz bieten.

Zudem hatten besonders kleine und mittlere Tierhaltungen Schwierigkeiten, die angebotenen Landesfördermittel abzurufen. Hier hatte Meyer bereits im vergangenen Jahr Abhilfe versprochen, auf die die Weidetierhalter aber bis heute warten. „Es kann doch nicht sein, dass die zur Verfügung stehenden Finanzmittel nicht an unsere Tierhalter abfließen, weil die dafür nötigen Regelungen im Ministerium nicht fertig sind“, kritisiert Ehlers. „Die Weidesaison beginnt erneut, ohne den dafür möglichen und zugesagten Herdenschutz zur Verfügung zu haben.“

Zum Tag des Wolfes richtet das AAW deshalb einen klaren Appell an die Politik: Immer noch ist der Wolf schneller als die politischen Prozesse, die ein erträgliches Miteinander ermöglichen würden. Viele Dinge sind auf einem guten Weg – müssen nun aber schnell in die Praxis umgesetzt werden.

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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