Viel Schnee, aber Niedersachsens Böden bleiben durstig

„Es war ein Winter nach Wunsch – schön kalt und mit viel Schnee – aber unterm Strich fehlt das Wasser“, sagt Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Pflanze Foto: Landvolk

Landvolk zieht Winterbilanz: Zu wenig Niederschlag / Trockenes Frühjahr droht

L P D – Trotz klirrender Kälte und teils meterhoher Schneeverwehungen zieht das Landvolk Niedersachsen eine nüchterne Bilanz des Winters 2025/26: Es fehlt an Wasser. „Es war ein Winter nach Wunsch – schön kalt und mit viel Schnee – aber unterm Strich fehlt das Wasser“, sagt Konrad Westphale, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Pflanze im Landvolk Niedersachsen.

Der frühe Frost Ende November habe die Winterruhe bei den Pflanzen zuverlässig eingeleitet und den Läusebefall gestoppt. Schnee und Frost seien für die Ackerflächen grundsätzlich positiv, erklärt Westphale. „Aber die Wirkung des Niederschlags von Schnee, also die reine Wassermenge, ist oft geringer als bei Regen.“ Tatsächlich summierten sich die Niederschläge in Form von Schnee auf lediglich 30 bis 40 Millimeter – weniger als die Hälfte dessen, was im Januar des Vorjahres verzeichnet wurde.

Hinzu kamen regional Temperaturen von bis zu minus 16 Grad Celsius. Ob diese Kälte den Kulturen geschadet habe, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Auch die regional starken Schneeverwehungen bereiten den Ackerbauern Sorge: Wo der Wind die schützende Decke abgetragen habe, seien Pflanzen blankem Frost und scharfem Ostwind ausgesetzt gewesen. „Inwiefern der Frost Schäden angerichtet hat, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen“, sagt Westphale. Erste Reaktionen seien bereits sichtbar, die Pflanzen „zeichnen“ – haben also Aufhellungen oder Verfärbungen. Für eine fundierte Folgenabschätzung sei es aber noch zu früh.

Gravierender ist aus Sicht des Landvolks die langfristige Wasserbilanz. Von Februar 2025 bis Februar 2026 sind keine 400 Millimeter Niederschlag in Südniedersachsen erreicht worden. „Der Bodenvorrat ist bei weitem nicht gefüllt. Das wird uns wahrscheinlich in diesem Jahr auf die Füße fallen“, warnt Westphale. Denn der Schnee aus dem Januar mit rund 40 Millimetern Wasseräquivalent taue erst jetzt und dringe verzögert in den Boden ein. Im Januar selbst habe der Boden praktisch keinen wirksamen Niederschlag erhalten.

Mit Blick auf die aktuellen Prognosen für Niedersachsen rechnen Meteorologen zwar mit weiter wechselhaftem Wetter, doch ausgiebige, flächendeckende Regenfälle sind bislang nicht in Sicht. Bleiben sie aus, könnte den Betrieben ein zu trockenes Frühjahr drohen – mit spürbaren Folgen für Erträge und Qualität auf Niedersachsens Äckern. (LPD 15/2026)

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