Öffnet in einem neuen Tab

Zuckermarkt weiter unter Druck

In der aktuellen Folge des Landvolk-Podcasts stehen die Marktlage für die Zuckerrübenanbauer sowie deren politischen Forderungen im Mittelpunkt. Foto: Landvolk

Aktuelle Podcastfolge analysiert Preise, Politik und Perspektiven

L P D – Nach mehreren guten Jahren ist der Zuckermarkt aktuell deutlich unter Druck geraten. Die Preise sind massiv gefallen – verursacht durch hohe Erträge im vergangenen und laufenden Jahr, die den Markt mit großen Zuckermengen versorgen. Ein Ende ist derzeit nicht absehbar. Welche Folgen das für Zuckerrübenanbauer hat und welche politischen Entscheidungen den Markt zusätzlich beeinflussen, steht im Mittelpunkt der neuen Landvolk-Podcastfolge. Zu Gast bei Moderatorin Wibke Langehenke sind Eckhard Hinrichs, Verbandsvorsitzender des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), und Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des DNZ.

Ihr zentrales Thema ist die Preisbildung: Die Verträge sind so ausgestaltet, dass der Verkaufspreis des Zuckers maßgeblich für den Rübenpreis ist. Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel spielen dabei kaum eine Rolle, da über 80 Prozent des Zuckers in die industrielle Verarbeitung gehen und nur rund 20 Prozent direkt beim Verbraucher ankommen, berichten Hinrichs und Helmke.

Große Sorgen bereiten den Zuckerrübenanbauern die Auswirkungen geplanter Freihandelsabkommen, wie zum Beispiel mit den Mercosur-Staaten. „Der europäische Zuckermarkt ist bislang durch Außenzölle weitgehend geschützt. Zusätzliche zollfreie Importmengen – konkret rund 180.000 Tonnen Zucker – würden den Markt weiter belasten und könnten rechnerisch die Auslastung von einer durchschnittlich großen Zuckerfabrik in der EU verdrängen“, äußert sich Hinrichs besorgt. Nicht das Abkommen an sich, sondern die Menge der zollfrei eingeführten Ware wird als Hauptproblem gesehen.

Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck durch billigeren Zucker aus Südamerika. Niedrigere Sozial-, Umwelt- und Produktionsstandards führen zu einem aus Sicht der heimischen Erzeuger unfairen Wettbewerb. Dr. Helmke erklärt im Podcast: „Der Markt ist zudem unelastisch: Die Nachfrage ist ziemlich konstant, während zusätzliche Importe unmittelbar heimische Produktion verdrängen würden – mit möglichen Folgen wie sinkender Anbaufläche und Werksschließungen.“

Die Folge beleuchtet außerdem die politischen Forderungen der Zuckerrübenanbauer: eine Überarbeitung der Düngeverordnung und der Ausweisung roter Gebiete, verlässliche und langfristige Zulassungen im Pflanzenschutz sowie eine positive Begleitung neuer Züchtungstechniken. Diese könnten laut der beiden Anbauervertreter die Züchtung beschleunigen, den Pflanzenschutzmitteleinsatz reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe langfristig sichern. (LPD 03/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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