Immer mehr Frauen finden ihren Weg in die Landwirtschaft

Die Auszubildende Clara Freudenstein und ihre Ausbilderin Sandra Sohnrey geben Einblicke in ihren Weg in die Branche, beleuchten Entwicklungen im Berufsbild und diskutieren Zukunftsperspektiven – insbesondere für Frauen Foto: Landvolk

Landvolk-Podcast: Sonderstaffel zum UN-Jahr der Landwirtin

L P D – In der ersten Folge der neuen Podcast-Staffel stehen zwei Generationen der Landwirtschaft im Mittelpunkt: die Auszubildende Clara Freudenstein und ihre Ausbilderin Sandra Sohnrey. Gemeinsam geben sie Moderatorin Wibke Langehenke Einblicke in ihren Weg in die Branche, beleuchten Entwicklungen im Berufsbild und diskutieren Zukunftsperspektiven – insbesondere für Frauen.

Clara Freudenstein absolviert derzeit ihr drittes Lehrjahr zur Landwirtin auf dem Milchviehbetrieb von Sandra Sohnrey bei Göttingen. Aufgewachsen ist sie auf einem Ackerbaubetrieb, den sie perspektivisch übernehmen möchte. Die Entscheidung für die Ausbildung sei bewusst gefallen – vor allem, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Besonders der Wechsel auf einen Milchviehbetrieb habe ihr neue Perspektiven eröffnet. „Man lernt Dinge, die man von zu Hause nicht kennt“, beschreibt sie die Vielfalt der Ausbildung.

Ausbilderin Sandra Sohnrey blickt auf langjährige Erfahrung zurück. Seit 2010 bildet ihr Betrieb aus – zunehmend auch Frauen. Sie beobachtet, dass weibliche Auszubildende heute selbstverständlicher ihren Platz in der Landwirtschaft einnehmen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern sieht sie vor allem in der Kommunikation und im Umgang mit Tieren. Der Vergleich zwischen früher und heute zeigt: Während sich die Ausbildungsinhalte kaum verändert haben, ist die Rolle der Frauen im Wandel. „Immer mehr junge Frauen trauen sich zu, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig einen Betrieb zu leiten“, lobt Sohnrey die Entwicklung.

Dennoch bleiben Herausforderungen. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, fehlende Planungssicherheit und politische Rahmenbedingungen beschäftigen beide Gesprächspartnerinnen. Besonders kritisch sehen sie den fehlenden Mutterschutz für Selbstständige sowie kurzfristige Gesetzesänderungen und mangelnde Verlässlichkeit in der Agrarpolitik.

Für ihre eigene Zukunft plant Freudenstein nach der Ausbildung ein Studium und möglicherweise Auslandserfahrung. Langfristig sieht sie sich auf dem elterlichen Betrieb. Trotz bestehender Unsicherheiten überwiegt bei ihr die Motivation: „Wenn man Freude an der Arbeit hat, ist vieles machbar.“

Die Podcast-Staffel wird im Laufe des Jahres weitere Perspektiven von Frauen in der Landwirtschaft beleuchten – von Hofübernahme über Betriebsführung bis hin zu unterschiedlichen Lebensmodellen in der Landwirtschaft. Hier auf Spotify hören.

Den Podcast gibt es seit genau einem Jahr. Am 2. April 2025 ging die erste Folge online, und seitdem freut sich das Landvolk über viele spannende Themen und blicken motiviert auf weitere Staffeln und Themenbereiche. (LPD 26/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org

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