Tiere jetzt gegen die Blauzungenkrankheit impfen

Eine konsequente, flächendeckende und vor allem rechtzeitige Impfung ist der beste Schutz, um Tierleid und Tierverluste zu verhindern Foto: Landvolk

Landvolk rät dringend zur rechtzeitigen Vorsorge für Wiederkäuer

L P DDas Landvolk Niedersachsen warnt vor den weitreichenden Folgen der sich ausbreitenden Blauzungenkrankheit (BTV) und ruft daher alle Halter empfänglicher Tierarten wie unter anderem Rinder, Schafe oder Ziegen eindringlich zur Impfung ihrer Bestände auf. „Die aktuelle Situation mit dem neuen Serotyp 3 BTV-3 bereitet uns weiter große Sorgen“, erklärt Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg. „Die konsequente, flächendeckende und vor allem rechtzeitige Impfung ist der beste Schutz, um Tierleid, Tierverluste und langfristige wirtschaftliche Schäden bei den betroffenen Betrieben zu verhindern“, führt Kohlenberg gegenüber dem Landvolk-Pressedienst aus.

Seit Ende 2023 breitet sich der neue Virustyp auch in Deutschland aus. Besonders Schaf- und Rinderhalter sind betroffen, da die Krankheit durch blutsaugende Mücken übertragen wird und schwere Symptome wie Fieber, Entzündungen der Schleimhäute und Leistungsausfälle verursacht. „Für unsere Betriebe bedeutet dies eine ernste Bedrohung. Ein BTV-Ausbruch kann einen Betrieb in seiner Existenz gefährden“, betont Kohlenberg. „Wir raten daher dringend, der Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin zu folgen und die Grundimmunisierung oder notwendige Nachimpfungen im Frühjahr vor der Weidesaison und der Hauptaktivität der übertragenden Gnitzen durchzuführen“, sagt Kohlenberg, der selbst Milchviehhalter im Weserbergland ist. Die betriebsspezifische Impfstrategie sollte frühzeitig mit dem bestandsbetreuenden Tierarzt festgelegt und durchgeführt werden.

Bis Januar 2025 wurden Tiere auf knapp 4.300 niedersächsischen Höfen positiv auf BTV-3 getestet. Neben den gesundheitlichen Folgen für das Vieh stehen viele Betriebe vor weiteren wirtschaftlichen Problemen. „Als Interessenvertretung der niedersächsischen Landwirte sehen wir die Impfung als alternativlos an – da führt kein Weg dran vorbei“, macht Kohlenberg deutlich. Die Kosten für die Impfung seien im Vergleich zu den möglichen wirtschaftlichen Schäden durch einen Ausbruch minimal. „Bis zu acht Liter Milchverluste pro Tag, die bis zu einem Vierteljahr andauern können, machen sich bei Auszahlungspreisen von 50 Cent je Liter in jeder Bilanz bemerkbar“, appelliert Kohlenberg besonders an die Milchviehhalter, der klaren Ansage des Friedrich-Löffler-Instituts zu folgen. Auch um dem frühzeitigen Verkalben entgegenzuwirken, hat er selbst seine Kühe schon September vergangenen Jahres gegen BTV impfen lassen.

Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), mit der Niedersächsischen Tierseuchenkasse und der Niedersächsischen Tierärztekammer sowie mit dem Landvolk wurde bereits im September 2024 ein Merkblatt mit Empfehlungen zur Impfung für Tierärzte und Tierhalter erarbeitet. „Dass unsere Tierhalter ein großes Interesse an den Informationen haben, zeigte die gemeinsam organisierte und sehr gut besuchte Online-Veranstaltung im Januar 2025 – aber nun muss mit der Impfung der nächste Schritt folgen“, lautet das Fazit des Landvolk-Vizepräsidenten. Weitere Infos und das Merkblatt sind unter https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/ zu finden. (LPD 15/2025)

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