Spargel wird früher als im Vorjahr die Köpfchen recken

Schon Mitte März könnten die ersten Spargelspitzen ihre Köpfe unter den speziellen Folien emporrecken Foto: Landpixel

Leichter Frost tut den Böden und damit dem Gemüse gut – Anlagen in Niedersachsen sind aufgedämmt

L P DNoch mummelt sich das „königliche Gemüse“ klein und zart in der Erde ein, aber schon Mitte März könnten die ersten Spargelspitzen ihre Köpfe unter den speziellen Folien emporrecken. Das zumindest prognostiziert Thorsten Flick von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer Niedersachsens, schränkt aber auch ein: „Das letzte Wort hat Petrus, aber da die Witterung in diesem Winter wesentlich ausgeglichener ist als vor Jahresfrist, blicken die Spargelbauern optimistisch auf den Beginn der nächsten Saison.“ Die Spargelernte beginnt in Deutschland traditionell Mitte April. Mit den Folien, die inzwischen fast alle Betriebe verwenden, kann die Temperatur des Bodens gesteuert und damit auch die Ertragsmenge reguliert werden – so kann die Ernte drei bis vier Wochen früher beginnen.

Die Anlagen sind alle aufgedämmt, berichtet Flick. Die Anbaufläche ist insgesamt weiterhin rückläufig, was vor allem an der Herausnahme alter Äcker aus der Bewirtschaftung liegt. 2025 werden gut 200 Betriebe auf mehr als 4.000 Hektar (ha) Spargel anbauen; die Erntemenge von rund 23.000 Tonnen wird sich halten. Obwohl diese Zahlen im Vergleich zu Vorjahren deutlich kleiner ausfallen, ist Niedersachsen im Bundesvergleich immer noch das Spargelland Nummer eins. Die meisten Flächen gibt es im Raum Nienburg und rund um Burgdorf.

Einer von wenigen Spargelbauern in der Region Hannover ist Jörg Heuer aus Fuhrberg. Bei ihm hieß es vergangenes Jahr nach den gewaltigen Regenmengen „Land unter“. Nun ist er froh, dass das Wetter mitspielt und dass sich auch der Grundwasserstand wieder eingepegelt hat. „Letztes Jahr mussten wir in Wat-Hosen auf die Felder, wie sie sonst Angler benutzen“, erzählt Heuer. „Da kam natürlich auch bei unseren Erntehelfen keine Freude auf.“

Dass die aktuelle Witterung dem Gedeihen des edlen Gemüses zugutekommt, berichtet auch Nils Kraushaar, Berater bei der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen: „Wir sehen eine wesentlich bessere Situation als 2024. Nässe und Trockenheit sind ausgewogen, und vor allem der leichte Frost tut dem Spargel gut, denn so bekommt er das richtige Maß an Ruhe.“ Kraushaar rechnet damit, dass spätestens Ende März die ersten Stangen die Dämme durchbrochen haben und gleichmäßig austreiben können. (LPD 11/2025)

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