Bauern weisen mit bunten Ballen auf Krebsvorsorge hin

Landwirte wickeln ihre Grassilage in bunte Folie und setzen damit über das ganze Land hinweg ein Zeichen der Solidarität mit allen, die gegen Krebs kämpfen Foto: Tenospin Charity

Produzent, Händler und Landwirte spenden jeweils einen Euro pro Rolle Folie

L P D – Der Brustkrebsmonat Oktober gibt als „Pinktober“ jährlich international Anlass, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Wenig auf sich selbst und seine eigene Gesundheit zu achten, ist leider ein Phänomen der grünen Berufe“, sagt Manfred Tannen, Vize-Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und des landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland. Der Milchviehhalter aus Bensersiel lässt den Grasschnitt seiner Restflächen daher gerne in pinke Folie einwickeln, um auf die Krebsvorsorge hinzuweisen und darüber mit Berufskollegen und Feriengästen ins Gespräch zu kommen. „Das ist es alle Male wert“, betont er.

So wie er haben viele Landwirte ihre Grassilage in bunte Folie eingewickelt und setzen damit über das ganze Land hinweg ein Zeichen der Solidarität mit allen, die gegen Krebs kämpfen. In den vergangenen zehn Jahren wurden nach Angaben des Herstellers trioplast weltweit 13 Millionen Ballen in pinke, blaue und gelbe Folie gewickelt. Pink steht dabei symbolisch für Brustkrebs, blau für Prostatakrebs und gelb für Krebserkrankungen bei Kindern.

Neben der Aufmerksamkeit sind dadurch große Spendensummen zusammengekommen, denn für jede Rolle geht eine Spende von drei Euro an eine Wohltätigkeitsorganisation, die Krebsaufklärung oder -forschung unterstützt. In Deutschland sind das „pink ribbon“, „blue ribbon“ und die Kinderkrebshilfe, an die von Produzent, Händler und Landwirt jeweils ein Euro pro Rolle Folie gespendet wird.

Die Idee für die pinke Wickelfolie stammt ursprünglich aus Neuseeland. Dort wurde nach einer Möglichkeit gesucht, das Bewusstsein für Brustkrebs und Vorsorgeuntersuchungen in ländlichen Regionen des Landes zu stärken, die mit herkömmlichen Kampagnen nur schwer zu erreichen sind. Mittlerweile, zehn Jahre nachdem die ersten rosafarbenen Ballen gewickelt wurden, können die bunten Ballen auf Feldern in Algerien, Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Chile, Kroatien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Island, Irland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Polen, Slowenien, Spanien, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich bewundert werden. (LPD 75/2025)

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