Butter: Weihnachtsgebäck treibt Nachfrage an

Mit dem Beginn der Weihnachtsmärkte und der Keksbackzeit am heimischen Backofen ist die Nachfrage nach Butter laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) gestiegen Foto: Pixabay

Milchbauern hoffen trotz sinkender Verbraucherpreise auf stabile Erlöse

L P D – Weihnachtskekse, Waffeln und Weckmänner – erst mit Butter kommt beim Genuss der typischen adventlichen Gebäcke der vollmundige Geschmack zur Geltung. Mit dem Beginn der Weihnachtsmärkte und der Keksbackzeit am heimischen Backofen ist die Nachfrage nach Butter laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) gestiegen. Die Milchbauern befürchten daher, dass die Milchpreise für die Erzeuger aufgrund der reduzierten Preise im Lebensmitteleinzelhandel für Butter, Milch und Sahne relativ sinken. Denn auch wenn die niedrigeren Preise eine relativ geringe Erleichterung im Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher bedeuten, träfe eine weitere Senkung der Milchpreise in der Folge die Milchbauern doch hart.

„Mich schockiert es, wenn im Radio über die gesunkenen Preise berichtet wird, als wäre das eine Erfolgsmeldung“, sagt Frerich Meyenburg aus dem Südbrookmerland. Wenn in ganzen Dörfern keine einzige Kuh mehr bölke, weil sich deren Haltung nicht mehr rechne, interessiere das im Gegenzug nur Wenige. „Um einen neuen Stall zu bauen und ihn dann abzubezahlen, muss das Geld verlässlich auf die Höfe kommen“, erläutert Meyenburg. Er möchte seinen Betrieb mit 150 Milchkühen gerne so zukunftsfähig aufstellen, dass sein Sohn Markus ihn weiterführen kann.

„Die Jugend ist gut ausgebildet und steht in den Startlöchern“, freut er sich über die gute Zusammenarbeit der ganzen Familie und verweist auf die zusätzliche Arbeit, die er sich macht: „Wir investieren in Tierwohl, haben überall Kuhbürsten aufgehängt und öffnen unseren Hof für Besuchergruppen“, betont Meyenburg. Damit alle Kühe auf die Weide gehen können, hat er extra einen Tunnel unter der Straße gegraben, den die Tiere gerne nutzen. Das alles müsse neben der Arbeit, dem Kraftfutter, den Investitionen und Steuern vom Milchgeld abgedeckt werden. Und das lag im Oktober nach Angaben der AMI im Bundesschnitt 2,7 Cent pro Kilogramm (Ct/kg) niedriger als im Vormonat, mit weiter sinkenden Prognosen. „Wenn der Preis weiter sinkt, ist meine Kalkulation hinfällig“, sagt Meyenburg, dessen Molkerei den Auszahlungspreis sogar um 4 Ct/kg verringert hat.

Obwohl Käse als Gegenpol zu dem ganzen Süßkram besonders vor Weihnachten stark nachgefragt ist und die gefallenen Preise Absatz und Export beleben, wird das Weihnachtsgeschäft die laut Zentraler Milchmarktberichterstattung (ZMB) um sechs Prozent größere Milchmenge als im Vorjahr nicht komplett aufnehmen können. Denn durch das Blauzungenvirus sind viele Milchkühe später tragend geworden, haben erst im Spätsommer gekalbt und geben dadurch aktuell viel Milch. Diese ungewöhnlich hohe Anlieferungsmenge schlägt sich zeitverzögert auf die Erzeugerpreise nieder. (LPD 89/2025)

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