Entenhaltung: Niedersachsen setzt Maßstäbe

Die niedersächsische Entenhaltung entwickelt sich kontinuierlich weiter – mit dem Ziel, Tierwohl, Qualität und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Beitrag leisten. Wer beim Einkauf auf Kennzeichen wie QS oder ITW-Prüfzeichen und auf regionale Herkunft achtet, unterstützt Qualität, Transparenz und Tierwohl Foto: Kollmer-Heidkamp

19. März ist der Tag des Geflügels – Tierwohl im Fokus

L P D – Enten haben hohe Ansprüche: Sie brauchen einen trockenen Liegeplatz und gleichzeitig lieben sie Wasser, um darin zu baden und ihr Gefieder zu pflegen. „Jede Ente hat bei uns die Möglichkeit, mit ihrem Kopf unter Wasser zu tauchen“, beschreibt Entenhalter Wilhelm Kollmer-Heidkamp aus Lindern, Landkreis Cloppenburg, die Haltung der Pekingenten. Spätestens ab dem 21. Lebenstag stellt er eigens dafür angefertigte flache Badewannen in den Stall, die es den Tieren ermöglichen, ihr Gefieder zu pflegen. „Dieses natürliche Verhalten ist für Enten besonders wichtig“, sagt Kollmer-Heidkamp anlässlich des Tags des Geflügels am 19. März.

Die Küken gewöhnen sich schnell an ihr neues Zuhause und sind sehr neugierig. „In den ersten zwei Lebenswochen haben sie besonders leichten Zugang zu Wasser und Futter, damit sie lernen, sich im Stall zu orientieren“, erläutert der Landwirt. Gleichzeitig heizt er den Stall auf mollige 32 Grad auf. „Das ist wichtig, weil das Gefieder noch nicht ausgebildet ist“, sagt Kollmer-Heidkamp. Nach etwa zwei Wochen ziehen die Tiere in größere Ställe um. Dort erhalten sie Zugang zu weiteren Wasserangeboten.

Bei der Haltung der Enten orientiert sich Kollmer-Heidkamp wie alle anderen Entenhalter in Niedersachsen an die niedersächsische Pekingentenvereinbarung, an der er selbst mitgewirkt hat. Sie legt Mindestanforderungen für die Haltung fest und gibt den Betrieben einen verbindlichen Rahmen für eine tiergerechte Aufzucht. So müssen beispielsweise mindestens 75 Prozent der Stallfläche eingestreut sein – sauber, trocken und von guter Qualität. Damit die Einstreu trotz plantschender Enten trocken bleibt, stehen die Badewannen in abgetrennten Stallbereichen auf Gitterrosten, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann. „Wir streuen unsere Ställe täglich frisch ein“, betont Kollmer-Heidkamp. Saubere Einstreu sei eine wichtige Grundlage für Tiergesundheit und Wohlbefinden. Denn im Mittelpunkt steht bei allen Vorgaben immer die Verantwortung der Tierhalterinnen und Tierhalter für ihre Tiere.

Für sein Engagement wurde der Landwirt im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz beim Niedersächsischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Für ihn gehört Tierwohl selbstverständlich zum Alltag. „Das Wohl unserer Tiere steht für uns an erster Stelle“, sagt er. Neben Einstreu und Wasser spielen dabei auch Licht, frische Luft und ein gutes Stallklima eine wichtige Rolle. „Sobald das Gefieder vollständig ausgebildet ist, sind die Enten sehr robust. Helle, gut belüftete Ställe fördern dann ihre Gesundheit“, lautet seine Erfahrung.

Seine Expertise bringt Kollmer-Heidkamp auch ehrenamtlich in die Fach-Arbeitsgruppe Enten und Gänse im Rahmen des Niedersächsischen Tierschutzplans ein. Dort arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Tierschutz, Wissenschaft und Behörden gemeinsam daran, die Haltungsstandards weiterzuentwickeln. Themen sind unter anderem Wasserangebote zur Gefiederpflege, tiergerechte Stallbeleuchtung sowie Möglichkeiten für Außenklima oder Freilandzugang.

Der Familienbetrieb Hof Kollmer-Heidkamp in Lindern beteiligt sich zudem an der Initiative Tierwohl und ist QS-zertifiziert. „Uns ist wichtig, dass unsere Arbeit transparent und nachvollziehbar ist“, sagt der Landwirt.

Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Beitrag leisten. „Wer beim Einkauf auf Kennzeichen wie QS oder ITW-Prüfzeichen und auf regionale Herkunft achtet, unterstützt Qualität, Transparenz und Tierwohl“, betont Kollmer-Heidkamp. Die niedersächsische Entenhaltung entwickle sich kontinuierlich weiter – mit dem Ziel, Tierwohl, Qualität und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.

Die Niedersächsische Ente (pdf)

(LPD 22/2026)

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