Erfolgsgeschichte: Ein Jahrzehnt Vertragsnaturschutz

Gemeinsam soll bei der Veranstaltung ein Blick auf die Erfahrungen aus zehn Jahren Vertragsnaturschutz geworfen werden, um zu zeigen, wie flexible Vertragsangebote und regional angepasste Maßnahmen eine hohe Wirksamkeit entfalten können. Foto: Stiftung Kulturlandpflege

Fachveranstaltung der Stiftung Kulturlandpflege am 9. Oktober bei Lüneburg

L P D – „Landwirte wollen ihre Arbeit gut machen – auch beim Naturschutz“, dieser Überzeugung ist Jakob von Richthofen aus Lenthe. Er engagiert sich beim Biodiversitätsprogramm der Region Hannover und wird bei der Fachveranstaltung der Stiftung Kulturlandpflege „Naturschutz in Niedersachsen: Von F.R.A.N.Z zu FABiAN – 10 Jahre Vertragsnaturschutz in der Landwirtschaft“ am 9. Oktober um 9.30 Uhr in Heiligenthal bei Lüneburg einen Vortrag halten.

Im Mittelpunkt stehen das F.R.A.N.Z.-Projekt (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft), in dem produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen zur Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft entwickelt und erprobt werden, das Biodiversitätsprogramm in der Region Hannover sowie das FABiAN-Projekt (Förderung der Biotopvernetzung und der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft Niedersachsens), das in den Landkreisen Cuxhaven, Vechta, Goslar, Hildesheim, Hameln-Pyrmont, Osnabrück und Diepholz umgesetzt wird.

„Gemeinsam möchten wir einen Blick auf die Erfahrungen aus zehn Jahren Vertragsnaturschutz werfen, die zeigen, wie flexible Vertragsangebote und regional angepasste Maßnahmen eine hohe Wirksamkeit entfalten können“, sagt Peter Zanini, Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege. Zudem stehen die entscheidenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung und Finanzierung im Mittelpunkt der Diskussion. Die Stiftung Kulturlandpflege hat bislang einen großen Erfahrungsschatz mit verschiedenen Maßnahmen wie zum Beispiel Blühflächen, Erbsenfenstern, Kiebitzinseln, Feldhamsterschutz oder Insektenwällen gesammelt.

An diesen Punkt knüpft auch von Richthofen an. „Die Agrarstruktur zu verbessern, ist uns wichtig“, sagt der Landwirt. Er hat auch bei seinen Berufskolleginnen und -kollegen eine verstärkte Sensibilisierung für den Naturschutz festgestellt. Wichtig ist ihm dabei jedoch, nicht nur ein gutes Gefühl zu vermitteln, sondern messbare Ergebnisse vorzuweisen. Die Biotopvernetzungen auf seinen Ländereien durch Hecken, Gewässerrandstreifen und sogenannten Insektenwällen zum nächsten Waldstück werden daher von einem Biologen genau untersucht und die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten in einem Monitoring festgehalten. „Damit können wir den Naturschutzgedanken auf ein neues Level bringen“, ist er sich sicher.

Auch bei der Veranstaltung stellen Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen ihre Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit von Biodiversitätsmaßnahmen auf Tier- und Pflanzenarten in der Agrarlandschaft vor. „Und schließlich geht es auch um die Zutaten, die es für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft braucht – ganz im Sinne des Niedersächsischen Weges“, sagt Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege. Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Besuch des F.R.A.N.Z-Betriebes von Jochen Hartmann in Lüneburg-Rettmer, wo viele der vorgestellten Maßnahmen von den Teilnehmern vor Ort in Augenschein genommen werden können.

Es sind noch einige Plätze frei – Anmeldungen unter Telefon 0511 3670441 sind erwünscht. (LPD 7625)

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